Der Ingenieur Kai Niedergesäß sitzt an einem kleinen Tisch im Baucontainer im Rosengarten, an der Wand hinter sich vier Baupläne, vor sich zwei große Ordner, darauf liegt eine zweiseitige Liste, eine Art Wochenarbeitsplan. Thomas Hornung, Leiter des städtischen Tiefbauamtes setzt sich neben Niedergesäß, klappt sein Notebook auf und sagt: "Was gibt's von Burger Bau?"

Einmal in der Woche treffen sie sich zur Baubesprechung, Ingenieur, Bauunternehmer, Landschaftsarchitekten. Jour fixe, wie Hornung sagt. Nach jeder Sitzung gibt es ein Protokoll.

Bei der Besprechung wird, kurz gesagt, geklärt, wer wann welche Arbeiten erledigt. Und mit welchem Material. Mitten auf dem Tisch liegen zwei Steinplatten, gut zehn Zentimeter lang und breit - Muster für die Randeinfassung des neuen Brunnenbeckens. Eines grau, eines braun - es wird noch ein Modell in Originalgröße gefertigt, beschließen die Männer. Die Farbe jedoch muss braun sein: "Sandfarben, so will es der Denkmalschutz", sagt Hornung.

Auf einem der Pläne an der Wand prangt zwischen grünen Dreiecken ein gelb umrandetes Fünfeck: das Brunnenbecken. Zwei Wochen werde der Abbruch dauern, sagt Klaus Gundalach von der Baufirma Burger. Kai Niedergesäß beginnt zu blättern. "Fünf Tage stehen bei mir." Kurze Verwirrung, wer den Zeitplan in dieser Art aufgestellt hat, am Ende steht fest: der Abbruch des alten und die Fertigstellung des neuen Brunnenbeckens soll in neun Wochen erledigt sein. Beginn im Februar. Einen konkreten Bauzeitplan für die gesamte Sanierung gibt es noch nicht - soll aber in den nächsten Tagen erstellt werden. Allein der Fertigstellungstermin steht. Ende Juni sagt Hornung. "Am 24.", sagt Robert Knidlberger, er ist für den Landschaftsbau zuständig.

Nächster Punkt: Entsorgung. Am 16. Dezember war Baubeginn, seitdem wurden 375 Tonnen Erde ausgehoben. "Und dabei ist der Schacht noch nicht mal gegraben", sagt Thomas Hornung, ein bisschen überrascht von der Menge. Sebastian Metz von der Gartenbaufirma Metz hat derweil Entsorgungsprobleme der anderen Art: Bei Minusgraden im zweistelligen Bereich friert die ausgehobene Erde schon mal auf dem Anhänger fest. Entsorgung erledigt. Nun machen die eisigen Temperaturen einen Arbeitsplatz im Freien zwar nicht unbedingt attraktiver, sind aber noch die kleinste Sorge aller Beteiligten, schließlich ist bis auf Betonarbeiten alles machbar. Die größte Sorge gilt dem Hochwasser: Bei einem Pegel von 2,80 Meter muss die Baustelle geräumt werden - 30 Zentimeter haben dazu in der vergangenen Woche gefehlt.

Zurück zum Bauplan mit dem Brunnenbecken-Grundriss: Die grünen Dreiecke darauf, das sind die Rosenbeete. Sie sind das Terrain von Robert Knidlberger. Knidlberger ist Landschaftsarchitekt der Wartmannsrother Firma Land und Plan und Rosenexperte: 5800 werden gepflanzt, spätestens im März müssen sie eingesetzt sein. "Sie werden sonst psychopathisch", sagt Knidlberger, man könnte auch sagen, sie wachsen einfach nicht mehr.

Beinahe alle vorhandenen Rosenarten werden eingesetzt - mit Farbsystem. Dort wo die Rosen immer roter werden, wird die Stadt immer ferner sein. Ein Farbverlauf von creme nach dunkelrot, von Stadtmitte bis Saline.
Was den Rest der Grünflächen angeht, Knidlberger will versuchen, so wenig wie möglich mit Rollrasen auszulegen. Die Ränder, sicher, dort wo der Rasen an den Asphalt grenzt, geht es nicht anders, aber in den Grünflächen soll gesät werden. Das freut Thomas Hornung, Rollrasen ist schließlich nicht ganz billig. Es wird ein neues Bewässerungssystem geben für die Rosen, auch das soll Geld sparen, vor allem in Form von Personalkosten. Mussten vorher Mitarbeiter des Bauhofs die Rosen gießen, kommt das Wasser künftig aus 180 Regnern, gesteuert via Smartphone.

Liegt die Zukunft auch im Digitalen, ist die Gegenwart häufig noch sehr analoger Natur: Das Bauschild, mit dem Schriftzug "gefördert vom Freistaat Bayern" kommt in den nächsten Tagen, es braucht einen Platz. Es gibt zwei Möglichkeiten. Robert Knidlberger faltet den Lageplan auf. Die Diskussion beginnt.