Eine hervorragende Empfehlung für beste Unterhaltung ist der Fränkische Heimatabend im Rossini-Saal. Besonders Gäste aus anderen Landesteilen der Bundesrepublik schätzen und lieben es sehr, einmal den "Franggen" so richtig "aufs Maul" zu schauen. Auf der Bühne mit dabei waren diesmal auch die Pfarrgass-Sänger aus dem Landkreis Kitzingen, drei gestandene Männer. "Wir singen aus Spaß an der Freud, da kommt alles von innen heraus. Schlager sind kurzlebig - Volksmusik hat Bestand und ist immer wieder aktuell und modern. Daher haben wir unseren Repertoire-Schwerpunkt auf alte fränkische Weisen ausgerichtet", sagt Gerhard Zehnder, der auch musikalischer Leiter des Trios ist
A cappella intonierten Ansgar Leimig, Dieter Zeller und Gerhard Zehnder in den drei Männergesangslagen Tenor, Bariton und Bass. "Den Namen Pfarrgass-Sänger haben wir vor 15 Jahren angenommen. So lange gibt es uns schon, weil wir immer in meiner guten Stube proben. Da mein Haus in der Pfarrgasse steht, war der Name naheliegend", sagt Zehnder. Richtig professionell haben sich die drei Sangesfreunde vor der Veranstaltung erst einmal eingesungen, damit die Stimme während der Aufführung nicht versagt und die Töne richtig trifft. Wie es sich für am Main lebende Franken gehört, stand auch ein kleines Schöppchen Wein auf dem Notenpult. Dies sei eine stimmbildende Maßnahme, sagt Dieter Zeller und schmunzelt.
In Fränkischer Tracht vom Kitzinger Gau ging es auf die Bühne. Haferlschuhe, weiße Strümpfe - handgestrickt - weiße Lederkniebundhose, schwarzer Gehrock, weinrote Weste und den obligatorischen fränkischen Dreispitz als Hut kennzeichnet das Trio. "Die Tracht ist schlicht und einfach gehalten, weil Kleinlangheim ein evangelisches Dorf ist. Dadurch kann man erkennen wer evangelisch oder wer katholisch ist. Die Trachten der katholischen Dörfer unserer Region ist prächtiger", sagt Zehnder.
So standen sie auf der Bühne begeisterten mit ihren Liedern, zwei oder dreistimmig, wie "Oh du schöna Marcheret" oder "Bou, wennst auf's Fensterl gehst". Anspannung war nicht zu spüren. Da war der Auftritt bei der Weinpräsentation der fränkischen Winzer in der bayerischen Vertretung in Berlin schon eine größere Nummer.
Für Mundart und Moderation des Abends war diesmal Bernd Schraut aus Maßbach zuständig. Kompetent und interessant stellte er Land und Leute sowie die abwechslungsreichen Programmpunkte vor und ließ auch die Mitwirkenden zu Wort kommen. Mit Tuba, Tenorhörnern, Klarinetten und Trompeten warten die "Schrolla Musikanten" aus Vasbühl bei Werneck zu fränkischer Volksmusik auf. Mit der "Hoibüche Muisig" aus Langenleiten gesellte sich ein weiteres Sextett hinzu. Mit steirischer Harmonika, Gitarre, Kontrabass, Klarinette und Hackbrett intonierten sie Rhöner Volksmusik die von Herzen kam. Mit Volkstänzen vom Main stellten die Waigoldshäuser Siebenspringer ihre Region vor.
"Sehr viel Spaß hat uns der Fränkische Heimatabend und das Publikum im Rossini-Saal gemacht, denn es ist hier immer wieder sehr schön. Darum kommen wir auch immer wieder gerne hier her. Doch können wir nicht noch länger das Flair von Bad Kissingen genießen, denn schließlich müssen wir noch eine Stunde fahren, bis wir zu Hause sind und die Nacht ist schnell herum", sagt Gerhard Zehnder zum Abschluss.