Sie wollen nicht klein bei geben. Noch nicht. Seit 1986 setzt sich Elisabeth Heck für den Obst- und Gartenbauverein ein. Linda Spahn ist sogar seit dem Gründungsjahr 1982 dabei. Doch die Freude über das 30-jährige Bestehen des Vereins ist getrübt, denn es kommen keine jungen Leute mehr nach.

"Aktuell haben wir 77 Mitglieder", sagt Heck. "Aber das Durchschnittsalter liegt weit über 60", ergänzt Spahn. Die beiden Frauen hatten im Jahr 2003 zusammen mit Karin Neuland den Vorsitz übernommen. "Damals war es fast zu Ende mit dem Gartenbauverein", weiß Spahn noch genau. Nur das Dreier-Team an der Spitze hatte den Verein vor dem Aussterben bewahrt, aber "früher oder spä ter wird es wohl darauf hinauslaufen", sind sich die beiden noch verbliebenen Vorsitzenden einig.

Dabei hatte der Verein zu Höchstzeiten ganze 101 Mitglieder. Damit gehörte quasi fast jeder Dritte Platzer zu den Gartenbaufreunden. Das war in den Neunzigern. Im Laufe seiner Geschichte hat der Verein zahlreiche Projekte gestemmt: Viele Bäume sind gepflanzt worden, der "Krakebrönn" auf der Platzer Kupper wurde gefasst und auch den Bließlingsbrunnen auf der Bließlingswiese gestaltete der Verein. Bis zum heutigen Tag schaut hier Werner Müller täglich nach dem Rechten.

Wichtiger Kulturträger


"Für unsere Gemeinde ist der Obst- und Gartenbauverein ein wichtiger Kulturträger", würdigt Bürgermeister Manfred Emmert (FWG) das Engagement. Viermal hat der Verein am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schö ner werden" teilgenommen. Jedes Mal brachten die Platzer Urkunden mit nach Hause: Dreimal belegten sie den zweiten und einmal sogar den ersten Platz. Damit gilt Platz zweifellos als eines der schönsten Dörfer im Landkreis.

Am heutigen Samstag, 3. November, feiert der Gartenbauverein sein 30-jähriges Bestehen im kleinen Kreis. "Wir sind ein alter Verein", erklärt Heck und ist sich der doppelten Bedeutung ihrer Worte durchaus bewusst. Vieles leisten die Gartenbauf reunde im Hintergrund, das Ergebnis aber ist für alle sichtbar, zum Beispiel zu Ostern, wenn gleich drei Brunnen im Ort feierlich geschmückt sind. "Wenn's uns net mehr gäb', dann tät das auch nicht mehr g'macht werden", ist sich Spahn sicher. Aber davon will Emmert nichts wissen: "Ich hoffe für den Verein, dass es weitergeht."

Aus der Vereinschronik