Die Nachricht, dass im April in einem Schweinemaststall in Osthausen bei Würzburg 2000 Schweine verendet sind, hat nicht nur die regionale Presse beschäftigt. Sie hat auch Thomas Bold (CSU) aufgeschreckt, denn der Landrat ist kraft Amtes Vorsitzender des Zweckverbands Tierkörperverwertung Unterfranken (TKVU). Auch das Personal des kommunalen Verbands stellt das Landratsamt. Es organisiert für die Städte Schweinfurt und Würzburg sowie für die Landkreise Bad Kissingen, Hassberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg, die Abholung von Tierkadavern und Schlachtabfällen.

Der Seuchenfall von Osthausen wurde zu einer echten Herausforderung für den Geschäftsleiter der TKVU, Kreiskämmerer Christian Metz und dessen Fuhrparkleiter Christian Gryska, zumal der Landkreis erst 2017 den Fuhrpark wieder selbst in die Hand genommen hat. Da hießt es schnell reagieren, weitere Sammel-LKW samt Fahrer zu rekrutieren, um neben den Regelrouten, auch diese Notsituation zu stemmen. "Das haben sie großartig gemeistert", dankt Landrat Thomas Bold. Dafür gab es den Beifall der Teilnehmer bei der Verbandsversammlung des Gremiums im großen Sitzungssaal des Landratsamts. Christian Metz bestätigt dann auch, "dass eine turbulente Zeit hinter uns liegt". Der Spezialmarkt bringe ohnehin besondere Anforderungen mit sich. Zudem war der Fuhrpark auf einen angemessenen Stand zu bringen. Derzeit werden etwa 6500 Tonnen an Tierkörpern und tierischen Nebenprodukten pro Jahr vom TKVU abgeholt und in den Verarbeitungsbetrieb tierische Nebenprodukte (VTN) in Walsdorf abgeliefert.


Festgelegte Routen durch Unterfranken


Sieben fest Angestellte und zwei Minijobber fahren auf sechs festgelegten Routen mit sechs speziellen Fahrzeugen durch Unterfranken. Durchschnittlich sind 119 Abholungen arbeitstäglich zu erbringen. Zu den Aufgaben des Verbands gehören -wie im geschilderten Fall- auch Tierseuchen. Darauf müsse schnell reagiert werden können. Metz sieht die derzeitige Personalsituation durch einen Langzeit erkrankten Fahrer angespannt. Der Stellenplan wird auf 10 Mitarbeiter aufgestockt, insofern geeignete Fahrer gefunden werden.

Metz berichtet, dass die Altlasten der Tierkörperbeseitigungsanlage in Münnerstadt, die 1979 geschlossen wurde, auch jetzt noch zu Buche schlagen. Das dort einst als Fettlöser genutzte PER (Tetrachlorethen) sei noch immer nicht vollständig abgebaut. In diesem Jahr sind auch die letzten zwei der Sanierungsbrunnen regeneriert worden, weitere Maßnahmen müssen noch erfolgen. Alle Forderungen des Wasserrechts sind aber erfüllt, führt Metz aus und sieht die finanzielle Lage des Zweckverbandes als solide an. Der Haushaltsplan schließt mit 2,7 Mio Euro, der Vermögenshaushalt mit 94 000 Euro ab. Der Rechnungsprüfungsausschuss erteilte dem Jahresabschluss 2016 Entlastung, der Jahresabschluss 2017 wird dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld vorgelegt. Dem stimmte das Gremium zu.