Die neue Übung ist da: Karl-Heinz Schäfer beugt sich über den Laptop und klickt sich durch die Aufgaben. Seine Frau Gerda sitzt in der Zimmerecke mit dem Rücken zu ihm am Bildschirm und versucht sich an derselben Lektion. Das Ehepaar hatte zwar geschäftlich mit dem Computer zu tun, aber immer mit speziellen Programmen. Jetzt lernt es mehr über den PC - und zwar zu Hause mit freier Zeiteinteilung.

Karl-Heinz und Gerda Schäfer machen bei einem besonderen Kurs teil, den Herbert Schmidt vom Würzburger Internetcafé "Von Senioren für Senioren" auf Vermittlung der Stadtbibliothek organisiert hat. Die Teilnehmer nutzen eine Internetplattform für Senioren. Über diese bekommen sie regelmäßig die Kursinhalte zugeschickt. Die Übungen sind ausführlich erklärt und können wiederholt werden. Außerdem können sich die Teilnehmer gegenseitig Nachrichten schicken.

"Auch Leute, die sich mit Computern nicht auskennen, kommen damit gut zurecht", sagt Dieter Härter. Er ist einer der zwei für den Kurs vorab geschulten Tutoren. Sie helfen, wenn die Teilnehmern einmal nicht weiter kommen sollten. Bei einem war Härter sogar zu Hause. Die Kursgruppe trifft sich in regelmäßigen Abständen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Die englischen Fachbegriffe der Computersprache bereiten den Teilnehmern die meisten Schwierigkeiten, wie Härter berichtet.

Gerda Schäfer hat vor der Tastatur daher einen kleinen Notizzettel liegen, auf dem Begriffe wie "Link", "Icon" und "Button" erklärt sind. "Auf die Bedeutung muss man erst kommen", sagt Karl-Heinz Schäfer. Er habe früher keine Zeit gehab, um sich vertieft mit dem Computer zu beschäftigen. "Ich glaube schon, dass durch den Kurs jetzt etwas hängen bleibt", meint der 67-Jährige. Er nutzt das Internet bereits, bleibe aber vorsichtig, um nicht auf unseriöse Programme hereinzufallen. Und auch was Facebook angeht, zeigt sich Karl-Heinz Schäfer skeptisch.

Seine Frau hat genau Vorstellungen, was sie mit dem Computer machen möchte. Sie will lernen, Bilder an E-Mails anzuhängen, um Fotos an Bekannte in Australien schicken zu können. Jetzt ist sie aber erst einmal froh, dass sie es geschafft hat, eine Verknüpfung auf dem Bildschirm anzulegen.

"Die Älteren haben oft das Probleme, dass sie niemanden haben, der ihnen den Computer erklärt", sagt Herbert Schmidt Vorsitzender des Würzburger Senioren-Internetcafés. Er versuche die Älteren dennoch zu motivieren, sich mit dem Computer zu beschäftigen.