Der langjährige Verkehrserzieher Edgar Kast engagiert sich auch im Ruhestand für die Sicherheit seiner Mitbürger. Seit 42 Jahren ist es sein Anliegen, Bürger aller Altersstufen vor Schadensfällen zu bewahren. Als Polizeibeamter und Mitglied der Kreisverkehrswacht hat Edgar Kast früher an den Schulen mit Begeisterung der jungen Generation die Verkehrsregeln vermittelt und sie eingeübt. Heute sind es vor allem die Senioren, für die er bereits 22 Veranstaltungen, überwiegend zur Verkehrssicherheit, durchgeführt hat.
Zu Beginn seiner jüngsten, gut besuchten Veranstaltung, zu der der Kreisverband der Senioren Union (SEN) der CSU in den Burkardus Wohnpark eingeladen hatte, wurde Edgar Kast als Seniorenberater und als SEN-Mitglied von Eberhard Gräf, dem SEN-Kreisvorsitzenden, herzlich begrüßt. Das Thema, mit dem sich Kast befasste, war die Frage "Bin ich als Senior noch fit für den Straßenverkehr?" Der Referent wies auf die Tag für Tag hohe Zahl von Unfällen und Verkehrsdelikten hin, bei denen Senioren nicht unerheblich beteiligt seien. Während Kraftfahrzeuge alle zwei Jahre beim TÜV auf Verkehrssicherheit überprüft würden, gebe es keine vergleichbare Prüfung bei den Fahrern. Bei der Fahrtüchtigkeit spielten unter anderem Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und Sehfähigkeit eine große Rolle. Edgar Kast gab den Senioren den Rat, gelegentlich zum Augenarzt zu gehen.
Die Missachtung der Vorfahrt nannte Kast als Hauptunfallursache. Er wies auf einige Unfallschwerpunkte in Bad Kissingen hin, bei denen die Rechts-vor-links-Regelung oft nicht beachtet werde. In Erinnerung gerufen wurde unter anderem das richtige Verhalten beim Abbiegen. Auf Fußgänger und Radfahrer sei stets zu achten. Als weitere Gefahren wurde auf das Ausfahren aus engen Parklücken oder das Ein- und Ausfahren beim Kreisverkehr hingewiesen.
Wenn Senioren ihre Enkel im Auto transportierten, komme es auf die Wahl eines geeigneten Kindersitzes und der Sicherheitsgurte an. Drastisch wurde die Folge erläutert, wenn der Sicherheitsgurt fehle.
Unter Hinweis auf die neuen Bußgeld-Regelungen sagte Edgar Kast: "Zu schnelles Fahren kann teuer werden." Die Straßenverkehrsordnung schütze besonders die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Eindringlich machte er deutlich, was im Falle einer Schädigung eines anderen Fahrzeugs zu tun sei. Es bestehe die Pflicht, eine halbe Stunde zu warten und dann die Polizei zu verständigen. Unfallflucht sei ein Straftatbestand. Erläutert wurden auch die "Promillegrenzen" und das neue Punktesystem bis hin zur "MPU". Diese medizinisch-psychologische Untersuchung, die im Volksmund salopp "Idiotentest" genannt werde, sei sehr schwer und kostspielig. Für manche betagte Senioren, die sich im Verkehr nicht mehr sicher fühlten, stelle sich die Frage: "Soll ich meinen Führerschein abgeben?" Das freiwillige Abgeben könne in Bad Kissingen seitens der Stadt noch mehr als zurzeit gefördert werden.
Am Ende des Vortrags erhielt Edgar Kast von den zahlreichen Gästen einen lang anhaltenden Beifall.