Mit Norbert Götz (Aschach) hat der Verband für Landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) Bad Kissingen einen neuen Vorsitzenden. Die bisherige Amtsinhaberin Elfi Müller wollte nicht mehr kandidieren. Das war aber nicht die einzige Veränderung, die bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes festgehalten wurde. Als stellvertretende Vorsitzende hat Marianne Eisenhauer Edeltraud Häusler abgelöst.

"Für mich war es keine Frage, ob ich Landwirt werden soll." Daniel Zink aus Elfershausen ist schon von Kindesbeinen an in den heimischen Zuchtferkelbetrieb hineingewachsen. Jetzt wurde er Bester unter den 74 neuen Junglandwirten aus Unterfranken, die ihre Gesellenprüfung abgelegt haben. "Ferkelbetriebe haben auch weiterhin Zukunft", ist der junge Mann überzeugt. Die Arbeit im heimischen Betrieb mache ihm trotz vieler Auflagen der "europäischen Verwaltungs-Riesenkrake" enormen Spaß. "Wir Absolventen sind im Alter von 18 bis 20 Jahren und schauen positiv in die Zukunft", sagt Zink voller Überzeugung. Nach dem Stress für die umfangreichen Prüfungsvorbereitungen habe er jetzt auch wieder Zeit für sein Hobby, dasFußballspielen.

Hans Dünninger geht

Während Daniel Zink zurzeit am Anfang seiner beruflichen Laufbahn steht, so gibt es auf der anderen Seite jemanden, der kurz vor dem Ruhestand ist. Hans Dünninger. Der Mann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist bekannt im Landkreis und als Helfer und Gesprächspartner geschätzt. "Heute ist mein vorletzter Arbeitstag", verriet Hans Dünninger (AELF Bad Neustadt) zu Beginn seines Vortrages über das Thema "Was macht einen Familienbetrieb erfolgreich?". Da sperrten nicht nur die Absolventen, sondern auch die etwa 100 übrigen Besucher interessiert ihre Ohren auf.

Dünninger sah bei seinen umfangreichen Betrachtungen sowohl durch die Brille der betriebswirtschaftlichen als auch der sozial-menschlichen Sicht. "Wenn ich weiß, wo ich stehe, dann weiß ich auch, wo ich hinwill", zog er ein Fazit. Die landwirtschaftlichen Märkte hätten sich in den vergangenen Jahren in Richtung "volatiler" (= fliegend, flüchtig) Börsenorientierung geändert. Deshalb sei in immer höherem Maße auf niedrige Produktionskosten zu achten. "Sowohl die Maschinenauslastung als auch die bearbeiteten Flächen und die Anfahrtswege müssen sich rechnen, damit es einen akzeptablen Gewinn gibt", erklärte Dünninger.

Entschleunigung

Freilich sollte darüber der Mensch und dessen Lebensqualität nicht vergessen werden. Deshalb forderte Dünninger Freiräume und Auszeiten für die gesamte Familie auf dem Bauernhof. "Entschleunigen und analysieren Sie, ob sich übermäßige Arbeit lohnte", gab er den Landwirten als Rat auf den Weg.

VLF-Geschäftsführer Stefan Fella erinnerte an die vielen Themen, die der Verband für die Mitglieder und Interessenten in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld angeboten habe. Das reichte vom Kochkurs für Männer bis Tipps und Tricks bei der Saufütterung und mutterlose Ferkelaufzucht. Auf ihre langjährige Verbindung zum Verband für Landwirtschaftlichen Fachbildung blickte stellvertretende Landrätin Magdalena Dünisch zurück. "Dieser Verband ist der Garant für gute Informationen und eine vorbildliche Ausbildung", lobte sie. Das größte Kapital in der Landwirtschaft sei ein hervorragend ausgebildeter Nachwuchs.

Die Absolventen

Die Verteilung der 74 erfolgreichen Absolventen auf die Landkreise spiegelt wider, wo in Unterfranken landwirtschaftliche Höhepunkte liegen: Mit 18 Junglandwirten im Landkreis Schweinfurt, mit zwölf in Rhön-Grabfeld und zehn in Bad Kissingen. Jeweils neun kommen aus den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg. Aus der Marktgemeinde Euerdorf kamen die Gesellen Andreas Brand und Christian Schmitt, aus Elfershausen Daniel Zink, aus Schwärzelbach Christoph Hoos, aus Schondra Patrick Schaab, aus Reiterswiesen Daniel Kiesel, aus Großenbrach André Hofmann, aus Poppenlauer Markus Rottmann, aus Stangenroth Alexander Kirchner und aus Thundorf Daniel Kuhn. Seine Meisterprüfung legte Christian Eisenhauer aus Hetzlos ab.