Die Idee kam schon 1996 auf, als Einsatzkräfte des Rotkreuz-Rettungsdienstes und Notärzte bei größeren Einsätzen eine Koordinierung am Einsatzort vermissten. Doch bis zur praktischen Umsetzung dauerte es noch zwei Jahre. Im April besteht nun der Einsatzführungsdienst des BRK-Kreisverbandes schon 20 Jahre. Offiziell gefeiert wird dieses Jubiläum aber erst im Oktober mit einem Festakt und Fachvorträgen.
Nachdem 1996 die Idee zur Schaffung eines Einsatzführungsdienstes aufgekommen und in der Aufgabenstellung grob umrissen war, erläuterten im folgenden Jahr die Einsatzkräfte und Notärzte ihre Vorstellungen den Verantwortlichen im BRK-Kreisverband und fanden deren Zustimmung. Es wurde ein erstes Einsatzfahrzeug beschafft und alles Notwendige organisiert, obwohl man damals noch gar keine genauen Vorgaben hatte. Dennoch war der Kreisverband durch den ausschließlichen Einsatz sehr erfahrener Einsatzkräfte von Beginn an bestrebt, den Qualitätsstandard so hoch wie möglich anzusetzen. Die langjährige Praxiserfahrung der künftigen Einsatzleiter wurde durch interne Fort- und Weiterbildungen ergänzt, so dass am 1. April 1998 der Einsatzführungsdienst im Rettungsdienst dem Landkreis Bad Kissingen einsatzklar gemeldet werden konnte. Gleich am ersten Tag kam für den diensthabenden Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) um 16.17 Uhr der erste Alarm.
Der Einsatzleiter Rettungsdienst rückt dann aus und übernimmt vor Ort die Leitung, wenn erhöhter Koordinierungsaufwand gegeben ist. Dies gilt, wenn mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes im Einsatz sind und das gemeinsame Vorgehen mit Feuerwehr und Polizei abgestimmt werden muss, jedoch noch keine Sanitätseinsatzleitung erforderlich ist. Diese besteht aus einem Organisatorischen Leiter und dem Leitenden Notarzt.
Für seinen Einsatzführungsdienst stellt das Rote Kreuz einige speziell ausgebildete Einsatzleiter ab, die ganzjährig den Dienst ehrenamtlich besetzen. Um zum ELRD benannt zu werden, muss dieser - dies gilt in ganz Bayern - nicht nur Rettungs- oder Notfallsanitäter sein, sondern eine mindestens fünfjährige Praxis im Rettungseinsatz haben. Zusätzlich ist eine Führungsausbildung im Rettungs- oder Sanitätsdienst oder auch im Katastrophenschutz erforderlich. Erst danach folgen eine Spezialausbildung zum ELRD, mehrere Praktika in der polizeilichen sowie nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr des Landkreises sowie ein Grund- und ein Abschlusslehrgang für Organisationsleitung an der staatlichen Feuerwehrschule in Gebetsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Beide Lehrgänge schließen mit einer Prüfung durch die Zertifizierungsstelle für Organisatorische Leiter in Bayern ab. Aktuell verfügt der Bad Kissinger Dienst über zwölf Einsatzleiter Rettungsdienst, wovon fünf zusätzlich als Organisatorische Leiter bestellt sind.
Voraussetzung für die Bestellung als Rettungsdienst-Einsatzleiter oder Organisatorischer Leiter sind zusätzlich gute Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten, der organisatorischen Strukturen in der Gefahrenabwehr sowie der regionalen Krankenhauslandschaft. Dies gilt natürlich nicht nur für diese beiden, sondern ebenso für den Leitenden Notarzt. Dieser Arzt muss über eine mindestens dreijährige Erfahrung als Notarzt verfügen und eine entsprechende Ausbildung bei der Landesärztekammer abgeschlossen haben.
Das 20-jährige Bestehen ihres Einsatzführungsdienstes wollen die Aktiven im Oktober mit einer Festveranstaltung feiern. Neben einem offiziellen Festakt mit Ehrengästen und dem Rückblick auf Gründung und Entwicklung des Bad Kissinger Dienstes sind einige Fachvorträge im Rahmen einer einsatztaktischen Fortbildung geplant.