Die Bürgermeister sind sich einig: Ohne schnelles Internet wird es in der Zukunft nicht mehr gehen. Manche sind auf dem Zubringer zur Datenautobahn schon recht flott unterwegs, andere haben noch Startprobleme. Das soll sich ändern. Der Landkreis, sagte Landrat Thomas Bold (CSU) bei einer Dienstbesprechung am Freitag, biete Unterstützung an.

Das soll laufen wie in Haßfurt: Das Landratsamt schließt mit der Breitbandberatung Bayern GmbH (Neumarkt) einen Werkvertrag. Die schickt eine Fachkraft, die ihren Arbeitsplatz in der Behörde hat und die den Gemeinden bei ihren Bemühungen unter die Arme greifen wird.

Ein erster Schritt ist bereits getan. Der Wirtschafts- und Umweltausschuss hatte bei der Breitbandberatung eine Bestandsaufnahme in Auftrag gegeben. Geschäftsführer Roland Zeitner stellte sie und die derzeit bestehenden Angebote sowie Möglichkeiten vor. Für jede Kommune ist eine individuelle Expertise erstellt worden.

Ein Ausbau mit Glasfasertechnik dauere ein bis zwei Jahre, die GmbH gehe flexibel vor. So sei ein gemeinsames Gewerbegebiet, wie es Oerlenbach und Poppenhausen einrichten, kein Problem. Danach hatte Siegfried Erhard (CSU) gefragt. Hier handele sich um ein Pilotprojekt, um einen ganz speziellen Fall. Das könne "sehr schnell durchgezogen werden", sagte Gisela Götz. Sie ist bei der Regierung von Unterfranken die Fachfrau für Förderprogramme.

Bold sagte, Städte und Gemeinden sollten das Thema "wirklich aktiv angehen", da eine zentrale Breitband-Infrastruktur die Entwicklung maßgeblich beeinflusse. Er befürchte, dass es nicht bei allen gut laufe, "bei einigen passiert nichts".

Johannes Wegner (Grüne/ BfU) sagte, Maßbach sehe die Internet-Versorgung als wichtig an und sei relativ weit. Es gebe Verträge und intensive Kontakte. Laut Gotthard Schlereth (FW) isst Oberthulba mit seinen Gewerbegebieten an der Autobahn auf Breitband angewiesen.

Gisela Götz informierte über das Breitbandförderprogramm des Freistaats. Wer in den Genuss von Zuschüssen kommen will, muss 19 Schritte - von Festlegung des Fördergebiets bis zur Einreichung des Verwendungsnachweises - absolvieren. Und da lauert manche Stolperfalle. So muss jede Gemeinde einen eigenen Antrag stellen. Vergisst oder übersieht sie einen Provider, der in ihrem Bereich tätig ist, kann es ein Problem geben. Denn dann fällt sie, falls der Betroffene sich zu Wort meldet, zwar nicht aus der Förderung, das Verfahren beginnt aber von vorne.

Gisela Götz riet, das Koordinations- und Unterstützungsangebot Bolds anzunehmen. Und: "Beginnen Sie so schnell wie möglich, bei 71 Landkreisen wird es Wartezeiten geben." Das Programm ermögliche keine flächendeckende Erschließung.

Programm: Bayern unterstützt seine Kommunen beim Ausbau des schnellen Internets.

Zielgruppen sind Gewerbe- und räumlich abgrenzbare Gebiete mit mindestens fünf Nutzern, die jeweils 30 Mbit/s oder mehr benötigen.

Umfang: Es gibt 80 Prozent bei Räumen mit besonderem Handlungsbedarf, aber maximal 500 000 Euro pro Kommune. Das ist nachteilig für große.

Infos bei der Regierung von Unterfranken (Wolfgang Rothe, 0931/ 380 12 44 ; Alexander Greindl, 0931/ 380 13 57).