Detaillierte Informationen zum geplanten Windpark bei Machtilshausen legten die Projektentwickler der Firma "Prowind" in einer Bürger-Infoversammlung auf. Das überarbeitete Konzept befindet sich aktuell zwar in der Kartierungsphase, doch Prowind ist "guter Dinge", dass diese in nächster Zeit ihren Abschluss findet.
Damit wäre der Weg frei für die Baugenehmigung. De facto könnten nur noch die Bürger selbst oder die Haselmaus - so sie denn hier lebt - das Projekt kippen. Die Haselmaus gehört zu den geschützten Arten, wie der Wespenbussard, die Waldschnepfe und die Mops-Fledermaus, für deren Schutz sich Lösungen fanden.
Die eher mäßige Besucherzahl in der Schwedenberghalle begrüßte Bürgermeister Karlheinz Kickuth. Ihr ließ Vorhabenentwickler Thomas Berens die Firmenvorstellung folgen sowie Informationen über den Zuschlag, den die in Osnabrück ansässige Firma für Elfershausen erhielt, und die Änderungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Wichtig sind darin die Sonderregelungen für lokale Bürger-Energiegesellschaften und die frühzeitig erlangte Preissicherheit für das Projekt Elfershausen.
Um die von Bürgern mitgetragene Energiegesellschaft zu gründen, sind zehn natürliche Personen erforderlich, eine Vorgabe die bereits mit elf Mitgliedern erfüllt ist. Finanztechnisch gliedert sich der Windpark in je 30 Prozent Beteiligung der Eigentümer, der Prowind GmbH und der Bürger sowie die dem Markt angebotenen zehn Prozent. Die Mindestrendite auf eingebrachtes Eigenkapital beträgt vier Prozent. Aus Sicht der Wertschöpfung sind besonders die Verpachtung gemeindeeigener und Flächen privater Eigentümer sowie die Gewerbesteuereinnahmen anzumerken.
Projektentwicklerin Anja Gerseker erklärte den Leitsatz "Größer ist besser", der sich aus einer verringerten Anzahl von Windkraftanlagen (WKA) ergibt. Im Jahr 2013 noch mit neun WKA angesetzt, schmolz das Kontingent erst auf sechs Windräder und schließlich auf drei. Die "Riesen" im "Heinrichsthal" mit je 240 Meter Gesamthöhe bringen jedoch ein besseres Verhältnis von Anlagenpreis zum erwartenden Ertrag und damit eine höhere Rendite.


Gesamtleistung 12,6 Megawatt

Beim Abstand zur Wohnbebauung liegen die Entwickler im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. In einem Fall fehlen 78 Meter zu den geforderten 2 400 Meter Distanz. Die "ruhige und sich langsam drehende Anlage", sagt Gerseker, erbringt eine Gesamtleistung von 12,6 Me-gawatt (MW). Das entspricht dem Strom-Jahresverbrauch von 7400 Drei-Personen-Haushalten. Öffentlichkeit, Behörden sowie die Gemeinde Wasserlosen werden in die Aufstellung des Bebauungsplans einbezogen. Dazu bat Gerseker um die Zustimmung des Marktes und der Anwohner.


Kaum sichtbar

Die optischen Auswirkungen sind minimal. Von rund 20 verschiedenen Punkten der Umgebung fotografiert und fiktiv projektiert, ergeben sich nur wenige Standorte, aus denen die Windräder oder Rotoren sichtbar sind - aus dem Ortsteil Machtilshausen und von der Trimburg überhaupt nicht. Lediglich aus Blickrichtung Kindergarten Elfershausen und von der Schwedenberg-Kapelle werden sie schwach wahrnehmbar.
Die Frage von Ingrid Mützel nach Menge und Standort von Ausgleichsmaßnahmen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu beantworten. Die Machtilshausenerin riet der Gemeinde, dem Projekt nicht zuzustimmen, da sie Negativfolgen befürchtet. Die Obergrenze von 12,6 MW bleibt bestehen, bestätigte Gerseker auf Anfrage von Jutta Schlereth. "Mehr kann nicht kommen. Eine Abschaltung gibt es nur in Fällen von Extrem-Wetterlagen", fügte die Entwicklerin hinzu.
Befürchtungen von Rainer Kuhn, dass der Anlagenhersteller in die Insolvenz gehen könnte, erwiderte sie mit dem Hinweis, dass auch andere Firmen die Anlage warten können. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Prowind eine Rückbaubürgschaft bei den Behörden hinterlegt. Die Gesamtbauzeit ist auf 54 Monate terminiert.