Wir alle kennen das: Wenn man eine längere Zeit sitzend oder liegend in einer bestimmten Position verharrt, sei es bei der Büroarbeit oder auf der Couch, tun einem schnell Gesäß oder Rücken weh und man verändert unwillkürlich seine Haltung. Was wir dabei vergessen, ist, dass es pflegebedürftige Menschen gibt, die bis zu 24 Stunden täglich im Bett verbringen müssen und ihre Haltung nicht selbst verändern können. Sie sind auf die Hilfe von Angehörigen oder Pflegern angewiesen, die sie zwischen 4 und 40-mal pro Stunde umpositionieren müssen.

Warum ist eine richtige Lage so wichtig? Zum einen kann den Patienten durch eine Schwerpunktverlagerung natürlich der Druck an bestimmten Stellen genommen werden und sie können so möglichst bequem und schmerzfrei im Bett liegen. Ebenso sind die Erleichterung von Bewegung und Ruhen sowie die Normalisierung der Vitalparameter wichtige Ziele. Zum anderen aber dient die richtige Umpositionierung auch der Vorbeugung von Folgeerkrankungen wie etwa einer Lungenentzündung oder einer Thrombose. Auch der Entstehung eines Dekubitus (chronisches Druckgeschwür durch mangelnde Durchblutung des Gewebes), die mitunter häufigste Folge von falscher Lagerung, wird so entgegengewirkt.

Dabei können verschiedenen Lagerungstechniken unterschieden werden. Was auch Laien von Krankenhausbetten meist kennen, ist die einfache Oberkörper-Hochlagerung, die man meist durch Knopfdruck am Bettkopfteil leicht einstellen kann. Das ermöglicht den Patienten, in einer sitzenden Position besser zu atmen, an Gesprächen teilnehmen, zu lesen, fernzusehen und natürlich zu essen. Neben dieser einfachen Hochlagerung gibt es aber noch eine ganze Spanne weiterer Techniken, die nur von zuvor speziell geschulten Personal durchgeführt werden können. Nicht immer ist nämlich ein Knopfdruck ausreichend, um den Patienten in eine günstigere Liegeposition zu bringen.

Im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen wurden die Pflegerinnen und Pfleger deshalb in einem zweitägigen Lagerungskurs unterrichtet. Dabei durften sie jeweils am anderen die erlernten Techniken anwenden. Wer bei so einem Kurs einmal dabei war, sieht auch, was Gesundheits- und Krankenpfleger täglich leisten.

Die Techniken beim Patienten richtig anzuwenden, ist komplex und darüber hinaus ganz schön schweißtreibend. Für die verschiedenen Techniken gibt es entsprechende Hilfsmittel. Diese sollten gut waschbar, hautfreundlich und luftzirkulierend sein. Von den Kursleitern wurden mithilfe dieser Lagerungshilfsmittel Kissen und Decken) verschiedene Falttechniken gezeigt, mittels derer Kopf, Schulter, Hüfte, Knie oder Ferse durch einen sanften Positionswechsel entlastet werden können.

Dabei gibt es von Seitenlage bis hin zur Stehposition im Bett alle möglichen Techniken. Letzteres ist dann indiziert, wenn etwa die Durchblutung angeregt oder Gelenkversteifungen vorgebeugt werden sollen. Letzten Endes haben aber alle Techniken die gleiche primäre Funktion: Sie sollen pflegebedürftigen Menschen einen schmerzfreieren Alltag gewähren.