Es wiegt nur sieben bis acht Kilogramm, das Rennrad von Tobias Heil. Der 25-Jährige aus Oberwildflecken steht in der Werkstatt in Euerdorf. "Am Berg zählt jedes Gramm", erklärt Teamkollege Jens Schuhmann aus Wildflecken. Beide Sportler fahren für das Hobby-Team "Bikeworld Brand" beim Radmarathon Rhön 300 mit. "Respekt" hat Heil vor der Strecke. "Es wird lang, sehr lang", ergänzt Schuhmann. Auch wenn beide jeden Streckenabschnitt in der Region schon kennen - mehr als etwas über 200 Kilometer am Tag haben auch sie sich noch nicht zugemutet.

"Grenzen erfahren", so lautet das Motto des Radmarathons am Sonntag, 13. August. Los geht's ab 6 Uhr in Schondra. Es ist das erste Radrennen mit Zeitmessung in der Rhön. Dabei werden ambitionierte Sportfahrer 300 Kilometer und 4500 Höhenmeter an einem Tag bewältigen. Die Zeitmessung erfolgt allerdings nur über die ersten 50 Kilometer. Die restliche Strecke fahren die Sportler ohne Zeitwertung, aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde.


Wertung nach Schweizer Vorbild

Am Ende werden nur die Teilnehmer gewertet, die nachweislich den gesamten Streckenverlauf in der Vorgabezeit gefahren sind. Dazu werden weitere Kontrollpunkte eingerichtet, die den Fahrern geheim bleiben. Diese Wertung ist bereits in der Schweiz etabliert, da es einige Auflagen für die Zeitmessung über die gesamte Strecke gibt.

Die Zeitwertung ist für Hauptorganisator Peter Baumgart aus Schondra das Alleinstellungsmerkmal, mit dem der Radmarathon punkte. Auch die Länge sei außergewöhnlich. Beim Rhön-Radmarathon in Bimbach kommt die längste Tour auf 258 Kilometer. Der Rhöner Kuppenritt bietet bis zu 205 Kilometer. "Wir erschließen Gebiete, wo andere Touren nicht hinkommen", erklärt Baumgart.

Tobias Heil und Jens Schuhmann finden es gut, dass es ein neues Radereignis in der Region gibt - nicht zuletzt deshalb fahren sie mit. "Die Rhön hat wesentlich mehr Potenzial", sagt Schuhmann.


Details über den Streckenverlauf

Der Radmarathon führt über das Biosphärenreservat Schwarze Berge hinauf zum Kreuzberg nach Bischofsheim - hier gibt es die erste große Raststation. Über den Schwedenwall geht's zur hessischen Rhönseite auf die Wasserkuppe und über Abtsroda nach Hilders. Mit Frankenheim wird der Thüringer Teil der Rhön gestreift. Nach einer schnellen Abfahrt ist Ankunft in Fladungen.

Von dort geht es weiter nach Bad Neustadt und entlang der Saale nach Bad Bocklet, hier wird der zweite große Verpflegungspunkt angefahren. Es folgen Bad Kissingen, Hammelburg und Gemünden. Am Kloster Schönau erwartet die Teilnehmer die dritte große Pause. Über den Radweg geht es nach Burgsinn, die Anstiege bei Gräfendorf, Völkersleier und Heiligkreuz haben es in sich. Durch die Thüngen'sche Cent geht es wieder ins Sinntal - zunächst nach Brückenau. Nach einem letzten Anstieg auf den Dreistelz geht es über Modlos zurück nach Schondra.


Für Rennradfahrer wird in der Rhön noch nicht so viel geboten. Beim Mountainbiking tut sich dagegen einiges.

von Doris Bauer und Ulrike Müller