Burkhard Voll rückt die Pokale für die Königsfeier gerade. Fast zwei Dutzend stehen da aufgereiht, poliert und zentimetergenau ausgerichtet, denn gekürt wird heute nicht nur der Schützenkönig. Pokale gibt's auch für "Schützenliesel", für die Jugend und für treffsichere Senioren, für sichere Hand bei Sportpistole KK und Sportpistole GK, für Robin Hood, Little John und Bruder Duck, wie die besten Bogenschützen genannt werden. Auch auf die "Gerhard Loquai" Scheibe ist geschossen worden und um Prämien für Kopf, Zepter, Reichsapfel wird gerungen. Viele Namen stehen auf Volls Ehrenliste. Der langjährige Sportleiter der Reiterswiesener Schützen hat das alles im Griff, moderiert im Wechsel mit dem ersten Schützenmeister Arno Röder die Preisverteilung souverän, spricht von Scheiben, Ringen, Teilern, von manchem Sonntagsschuss und sorgt für Lacher, wenn er selbst einen Pokal, Schinken oder eine Geldprämie in Empfang nehmen kann.
Erfolgreich und gesellig
Das Schützenhaus im Talgrund zwischen Reiterswiesen und Arnshausen ist die Herzkammer des Vereins und führt die Edelweißschützen auch beim Adlerschuss 2017 zusammen. Mit Musik und Tanz, mit Schnitzel, Weißbier und Schoppen. "Wir haben fast 200 Mitglieder, davon sind 75 aktiv, treiben ihren Sport in 15 Mannschaften bis hoch zur Unterfrankenliga" sagt Arno Röder, "aber auch Geselligkeit wird großgeschrieben", bestätigt Röder. Für ihn war es ein ganz besonderes Schützenjahr, denn der unermüdliche Macher des Vereins durfte in diesem Jahr auch die Kette als Schützenkönig tragen.
Dekoriertes Familien Dreigestirn
"Die Königsfeier im Schützenhaus ist in diesem Jahr fast zu einem "Wikstrom- Festival" geworden, kündigt Sportwart Voll den Höhepunkt der Veranstaltung, die Krönung von Jugend- und Schützenkönig an. Nicht nur weil William Wikstrom sich bereit erklärt hatte, die Königs- und die Jugendscheibe anzufertigen, wofür ihm der Beifall der Versammlung schon mal sicher war. Nein, er selbst und seine beiden Töchter zeichneten sich auch durch klaren Blick und ruhige Händchen aus und räumen bei der Königsfeier ganz schön ab. Am meisten strahlt die neunjährige Anika. Sie darf die große Kette der Jugendkönigin in Empfang nehmen: "Ganz schön schwer" stellt sie fest. Dass der Papa die Scheibe gemacht hat und ihren Namen darauf schreiben durfte, das macht sie richtig stolz. Nun muss sie sich noch einen Platz im Kinderzimmer für das gute Stück mit dem Löwen, der den Reiterswiesener Schützenadler in seinen Pranken hält, aussuchen. Ganz herzlich gratuliert ihr Schwester Lisa, als Ritter. Mit Julia Kallenbach als erstem Ritter wird das "Jugendhaus" zu einer Festung der jungen Schützinnen.
Das konnte William Wikstrom doch nicht auf sich sitzen lassen: Wenn seine kleine Anika Jugendkönigin, Schwester Lisa ihr Ritter wird, dann kann er doch schlecht ohne Titel nach Hause kommen. Also mitgemacht beim heißen Kampf um den Adlerschuss. Am Ende hat"s zum König zwar ganz knapp nicht gereicht, aber als erster Ritter rundet er das Familienschützenfest beim Adlerschuss 2017 nahezu perfekt ab.
Nach 136 Schuss fiel der Adler
Weil sich Sohn Sandro 2008 für den Schützensport interessierte, nahm auch Andreas Schmitt das Gewehr auch in die mal in die Hand, fand Gefallen am Sport, übte mit Flinte und Pistole, las sich in die Vorschriften der Waffenkunde ein, übernahm Vorstandsamt und wurde 2011 Schießleiter.
" Einmal im Leben muss man auch mal Schützenkönig sein" meint der zweimalige Sportler des Jahres der Edelweißschützen. "Diesmal hat"s bei mir geklappt und ich freue mich darauf, den Verein ein Jahr lang repräsentieren zu dürfen". Mit ein wenig Wehmut übergibt Arno Röder die Königsketten an Andreas Schmitt und gratuliert William Wikstrom zum ersten und Klaus Menge zum zweiten Ritter. Dann ließ die Schützenfamilie ihren König hochleben, stößt auf das Königshaus an und wünscht dem neuen Schützenkönig eine schöne Regentschaft.
Stimmen:
1. Schützenmeister Arno Röder: "Geselligkeit wird großgeschrieben"
Schützenkönig Andreas Schmitt: "Ich freue mich, den Verein repräsentieren zu dürfen"
Bilder: