39 Reichenbachs sind in der Legende des ADAC-Autoatlas aufgeführt. Über 55 hat Arnold Nöth aus dem Münnerstädter Stadtteil Reichenbach beim Durchforsten des Planquadrats jeder einzelnen Straßenkarte aber schon gefunden, darunter auch Ober- und Unterreichenbachs. Besucht haben er und seine Frau Monika annähernd 30 dieser Ortschaften und Weiler. Seit 25 Jahren unternehmen sie immer wieder Ausflüge und besuchen das eine oder andere Reichenbach. Am allerschönsten, sagen die bekennenden Reichenbacher mit einem Augenzwinkern, sei aber immer noch ihr Heimatdorf am Fuße des Michelsberges.
Gehäuft gebe es den Ortsnamen Reichenbach im Frankenwald und in der Oberpfalz, haben die Nöths festgestellt. Auf einer Tour haben sie dabei manchmal schon drei Reichenbachs besichtigt. Häufiger gibt es diesen Ortsnamen auch noch östlich von Stuttgart und im Bereich des nördlichen Schwarzwaldes sowie in Thüringen und Sachsen.
Das nördlichste Reichenbach, dass die Nöths bislang besucht haben, lag im Werra-Meißener Kreis kurz vor Kassel. Das südlichste der besuchten gibt es kurz vor Oberstdorf. Auf der Straßenkarte war der Name eingezeichnet, doch als Monika und Arnold Nöth das Dorf suchten, entdeckten sie anfangs "nur einen Steinhaufen". Letztendlich haben sie Reichenbach dann aber doch gefunden. Es ist eine Feriensiedlung. Der eigentliche Ort existiert gar nicht (mehr).

Am Ende der Welt

Überhaupt: Reichenbachs sind selten groß, haben Monika und Arnold Nöth festgestellt "Oft sind es nur zehn Häuser". Reichenbach bei Hermsdorf habe aus zwei Höfen und einem Haufen Stroh bestanden, erinnern sich die Nöths. Zwischen Dresden und Meißen gondelte das Ehepaar gemütlich über Land, als es unerwartet ein Hinweisschild mit Reichenbach entdeckte. Natürlich unternahmen die Nöths einen Abstecher dorthin. Reichenbach entpuppte sich als eine Art Landgut. "Dahinter war die Welt fertig", erinnert sich Arnold Nöth. Das Gut lag am Ende der Straße.
Als die Nöths 2006 den Papstbesuch in Regensburg miterlebten, haben sie diese Fahrt auch gleich mit einer Reichenbachtour verbunden. Drei Ortschaften mit diesem Namen gibt es in der Umgebung. Reichenbach am Regen wird dominiert von den Gebäuden einer Benediktinerabtei.
An Reichenbach bei Probstzella im Thüringer Wald erinnern sich die Nöths noch gut, weil sie in Probstzella Bekannte noch aus DDR-Zeiten haben und weil die Lage des Ortes bemerkenswert ist. Das Dörfchen schmiegt sich in ein enges Tal und alles sei dort aus Schiefer, erzählt Arnold Nöth.
Eines der großen Reichenbachs findet man im Vogtland, obwohl seine Größe auf den ersten Blick gar nicht erkennbar sei, erklärt Arnold Nöth. Denn die Stadt verteile sich auf verschiedene Täler.

Immer nur Stippvisiten

Der jüngste Reichenbachbesuch der Nöths liegt gerade einmal eine Woche zurück. Bei einem Ausflug nach Wörth an der Donau, bot sich die Gelegenheit, wieder einmal in Reichenbach am Hesselberg vorbeizuschauen.
Kontakte sind in den Dörfern allerdings bislang nur wenige entstanden. "Manchmal kommt man in einer Gastwirtschaft kurz ins Gespräch", meint Arnold Nöth. "Da babbelt man dann ein bisschen.". Monika Nöth erinnert sich, dass sie einmal mit dem Bürgermeister gesprochen haben. Meistens allerdings bleibt es bei einem Spaziergang. Arnold Nöth fotografiert das Ortsschild, versucht eine Gesamtaufnahme zu machen oder sehenswerte Gebäude im Bild festzuhalten, wie beispielsweise die Benediktinerabtei in Reichenbach am Regen.
Arnold und Monika Nöth wollen auch in Zukunft noch möglichst viele Reichenbachs besuchen. Genügend Auswahl haben sie. "Das ist ein Lebenswerk", stellt Monika Nöth dazu. Und Arnold Nöth ergänzt: "Reichenbach ist überall".