Manche Volkswirtschaftler gehen bei 3,0 Prozent Arbeitslosigkeit bereits von Vollbeschäftigung aus. Von diesem Idealzustand ist die Region Main/ Rhön gar nicht so weit entfernt. Denn für den Oktober wurde eine Quote von 3,3 Prozent (Vormonat:3,7/ Vorjahr: 3,5 Prozent) errechnet.

Aktuell sind erstmals seit Ende 2011 wieder weniger als 8000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 544 weniger als noch im September (Vorjahr: 8260).

Mehr Hartz-IV-Empfänger

Für den Raum Schweinfurt und für den Landkreis Bad Kissingen ergeben sich jeweils 3,5 Prozent (3,8/ 3,8). Spitzenreiter ist mit 2,8 Prozent (3,0/2,0) das Rhön-Grabfeld vor dem Landkreis Haßberge mit 3,1 Prozent (3,3/ 3,3). Der Raum Schweinfurt ist wieder zweigeteilt: Während der Landkreis mit 2,6 Prozent (2,7/ 2,5) glänzt, muss sich die Industriestadt selbst mit 5,5 Prozent (5,9/ 6,1) bescheiden.

Zugenommen hat im Vergleich zu 2012 die Zahl der Hartz-IV-Empfänger um 84 auf 3780. Die meisten von ihnen leben in Schweinfurt (986) und im Kreis Bad Kissingen (982).

Thomas Stelzer, der Chef der Schweinfurter Arbeitsagentur, ist mit der Entwicklung nicht unzufrieden.Die Gesamtsituation nannte er erfreulich. Wie seit Monaten könne der Region ein stabiler Arbeitsmarkt bescheinigt werden - mit einer erfreulich positiven Tendenz. Die Stellenlosigkeit sei in den vergangenen beiden Monaten deutlich zurück gegangen und habe das Niveau von 2011 erreicht. Überdurchschnittlich sei das bei den Jugendlichen bis 25 gewesen.

Die Zu- und Abgänge aus der und in die Erwerbstätigkeit hielten sich dabei die Waage. Bei der Ausbildung gab es hingegen erheblich mehr Abmeldungen.

Um 92 auf 2395 Angebote ist der Stellenbestand gewachsen. Das sind 120 mehr als vor einem Jahr. 725 wurden neu mitgeteilt. Fast ein Drittel kam aus Produktion und Fertigung, 18,2 Prozent entfielen auf kaufmännische Dienstleistungen, Handel und Tourismus, 14,8 Prozent auf Gesundheit, Soziales, Erziehung.

Nach wie vor ist es oft schwierig, zeitnah passende Bewerber zu finden. So ist der Bedarf in den Gesundheitsberufen kaum zu decken, während die Nachfrage der Außenberufe und der Gastronomie nachgelassen hat. Schwer haben es auch immer noch Bürokräfte und Kaufleute.

Dazu sagte Stelzer, nicht nur an fehlenden Fachkenntnissen scheitere manche Besetzung. Oft seien auch die Arbeitszeiten entscheidend, die Erreichbarkeit des Jobs oder die Bezahlung.

Weiter zurückgegangen ist die Kurzarbeit. Sie wurde für 1967 Beschäftigte angemeldet. Im Frühjahr waren es fast 5000.

Stelzer blickt zuversichtlich in die Zukunft: Eine deutliche Eintrübung sei nicht absehbar. Derzeit gebe es keine Anzeichen für steigende Stellenlosigkeit in der Region. Im Winter spiele aber die Witterung eine erhebliche Rolle, auch wenn die Ausschläge nicht zuletzt wegen des Saison-Kurzarbeitergeldes längst nicht mehr so stark seien wie früher.

3559 Menschen (im September: 3671) sind im Landkreis Bad Kissingen arbeitssuchend gemeldet. Von den 1977 Arbeitslosen (2107) sind 959 Männer (48,5 Prozent). 214 (274) sind 25 Jahre oder jünger, 869 (876) sind 50 oder älter. 577 (563) sind seit einem Jahr oder länger ohne Job. 233 (233) sind schwerbehindert.

637 (564) Personen mussten sich arbeitslos melden. 272 (2266) kamen aus einer Erwerbstätigkeit. 767 (730) haben die Arbeitslosigkeit wieder verlassen können.

272 (266) haben einen Job gefunden, 220 (213) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahme. 93 (95) sind 55 oder älter, 180 (251) sind 25 Jahre oder jünger.

168 (182) Stellen wurden zur Besetzung gemeldet, 622 (652) Angebote sind noch frei.

3,9 Prozent (4,2) beträgt die Arbeitslosigkeit bei Frauen. Bei den Männern sind es 3,2 Prozent (3,4). Bei den Jungen bis 25 sind es 3,2 Prozent (4,1), bei den Älteren ab 55 Jahren sind es 5,6 Prozent (5,6).