Noch präsentiert sich das Rathaus des Marktes Burkardroth eingerüstet. Rund um das gesamte Gebäude finden sich eifrig arbeitende Handwerker. Das Projekt profitiert vom Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes. Ziel ist es, finanzschwachen Gemeinden unter die Arme zu greifen. Auch in Burkardroth kommen Gelder an: "Das Rathaus ist nach dem Umbau barrierefrei und energetisch saniert", gibt Kämmerer Heiko Schuhmann Einblick in die laufenden Bauarbeiten.

Noch viel zu tun

Schuhmann geht davon aus, dass noch in diesem Jahr alle Arbeiten abgeschlossen werden können: "Momentan wird der Aufzugschacht an der Rückseite des Gebäudes installiert, im September sollen dann neue Fenster eingebaut und anschließend ein Vollwärmeschutz an den Außenwänden angebracht werden." Eine weitere Arbeit, die aktuell erledigt wird, ist die Dachreinigung. Hierzu ist die Firma Kimm aus Kassel-Wolfhagen vor Ort. "Wir werden dafür wohl drei bis vier Tage brauchen", prognostiziert Walter Mumberg, Mitarbeiter der Firma Kimm. Zu schaffen macht dem Zweierteam vor allem das Wetter: "Die Hitze ist extrem. Auf dem Dach hat es etwa zehn Grad mehr als hier auf dem Boden."

Für die entstehenden Kosten der Modernisierungen kommen sowohl der Freistaat, als auch der Markt Burkardroth auf. "Wir werden eine Förderung in Höhe von 594 000 Euro bekommen. In der Kostenplanung sind 750 000 Euro veranschlagt. Die Differenz von 156 000 Euro zahlt dann der Markt Burkardroth", erklärt Schuhmann die Finanzierung.

Status: Förderungsfähig

Für das Förderprogramm hatte sich der Markt Burkardroth bei der unterfränkischen Regierung beworben. Am 10. Mai 2016 herrschte dann Gewissheit, als das Bayerische Staatsministerium des Innern, Bau und Verkehr bekanntgab, dass das Projekt rund um das Burkardrother Rathaus gefördert werden kann. Allerdings gibt es auch für Umbauten an anderen kommunalen Gebäuden im Landkreis Geld: Darunter fallen etwa die Grundschule in Wartmannsroth, der Kindergarten in Aura, das Deutschordensschloss in Münnerstadt und die Turnhalle in Wildflecken.

In Zahlen:

12 Projekte werden im Landkreis Bad Kissingen durch Fördermittel bedacht.

118 energetische Sanierungen, Umbauten zur Barrierefreiheit und Modernisierungen gibt es in ganz Unterfranken.

56,4 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm erhält der Bezirk Unterfranken.

Infobox:

Beschreibung:

Durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz werden finanzschwachen Gemeinden bundesweit über den Zeitraum von 2015 bis 2018 insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Auch der Freistaat Bayern wird bei dieser Summe mitberücksichtigt: Auf ihn entfällt ein Anteil von 289,24 Millionen Euro. In einem Ministerratsbeschluss im Juli 2015 einigte man sich in Bayern darauf, die Gelder für den Städtebau, die energetische Sanierung sowie für den Barriereabbau in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen zu verwenden. Die Richtlinien zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen in Bayern (KInvFR) wurden am 9. Oktober 2015 veröffentlicht und traten mit Wirkung vom 1. September 2015 in Kraft.

Ablauf:

Nach dem Bewerbungsfristende am 15. Februar 2016 wurden in den Regierungen Beiräte eingerichtet, die die förderungsfähigen Projekte auswählten. Erstmals trat der unterfränkische Beirat im Dezember 2015 zusammen. Förderungsfähige Projekte wurden schließlich am 10. Mai 2016 durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, Bau und Verkehr bekannt gegeben.