Armin Warmuth hat lange und unermüdlich für einen Ausbau der Straße gekämpft. Am Montagabend appellierte er nun an alle Fraktionen, ihm den Rücken zu stärken. "Ich bitte den Stadtrat, dieses Projekt auf den Weg zu bringen", sagte der CSU-Stadtrat und Ortsbeauftragte von Diebach. Die Räte folgten ihm ohne Diskussionen und gaben einmütig ihr Einvernehmen für die Baumaßnahme.

"Kein gemeinsamer Nenner"

Bürgermeister Ernst Stross (SPD) erinnerte an die jahrelangen Bemühungen, die Verkehrssituation zu verbessern, vor allem durch den Bau eines Gehwegs auf der nördlichen Seite der Straße. "Da in den Gesprächen mit den Anliegern kein gemeinsamer Nenner gefunden werden konnte, wird nun eine Planfeststellung nötig", erläuterte der Stadtchef. Im Rahmen dieses Verfahrens würden dann die Bedenken sämtlicher Betroffener nochmals gehört. Einige Anlieger befürchten eine Verschlechterung ihrer Situation, weil die Straße künftig dichter an ihren Häusern vorbeiführt.

Hoffen auf gütliche Lösung

Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt betonte, Ziel der Maßnahme sei, die Verkehrssicherheit durch den Bau eines Gehwegs zu erhöhen. Die Regierung von Unterfranken werde im Rahmen des Baurechtsverfahrens prüfen, ob dieses Ziel durch die Planungen erreicht werde. "Hierbei geht es auch darum festzustellen, ob ein Eingriff in das Eigentum von Anliegern gerechtfertigt ist", machte Wacker deutlich. Sei dies der Fall, werde der Verkehrswert ermittelt und die Grundstückseigentümer, von denen Flächen benötigt würden, entsprechend entschädigt. Daher könne von einer Enteignung nicht die Rede sein. Die Dauer des Planfeststellungsverfahrens schätzte er auf ein bis anderthalb Jahre.

"Seit 20 Jahren wird für das Projekt gekämpft. Vor zwei Jahren hat Staatssekretär Eck dann den Ausbau der Straße zugesagt. Seitdem wird nun wieder diskutiert", fasste Armin Warmuth zusammen. Sicher werde der Ausbau ein Kompromiss bleiben, weil nicht alle Interessen unter einen Hut zu bringen seien. Seines Wissens fehlten noch zwei Unterschriften von Eigentümern, deren Flächen zum Teil benötigt würden. "Ich hoffe, dass es beim Planfeststellungsverfahren noch zu einer gütlichen Lösung kommt", sagte Warmuth.

Raiba-Gebäude gehört Freistaat

Neben dem Bau eines durchgehenden Gehwegs mit eines Breite von 1,50 Meter beschlossen die Räte, die Stadtverwaltung solle eine Gestaltungsplanung für den Bereich des früheren Raiffeisenbank-Gebäudes erstellen. Das Haus befindet sich mittlerweile im Eigentum des Freistaates und soll im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt abgerissen werden. Armin Warmuth sprach sich dafür aus, die maroden Nachbargebäude in die Planung einzubeziehen.

Die Kosten waren am Montagabend kein Thema. Bei einer Bürgerversammlung im November hieß es aber, dass für den rund 300 Meter langen Gehweg, Randbereiche und Beleuchtung rund 200.000 Euro anfielen. Hiervon hätten die Grundstückseigentümer rund 110.000 Euro zu tragen, den Rest die Stadt Hammelburg. Nach einem damals vorgelegten Berechnungsbeispiel der Stadtverwaltung zahlt ein Anlieger bei einem 800 Quadratmeter großen Grundstück mit einem zweigeschossigen Gebäude einen Beitrag von 5200 Euro.