Ende des Jahres konnte das Konzept zur Erstellung eines Ländlichen Kernwegenetzes, erstellt durch das Fachbüro BBV-LandSiedlung GmbH, erfolgreich abgeschlossen und durch die Gremien der Märkte Bad Bocklet, Burkardroth und der Gemeinde Nüdlingen positiv verabschiedet werden. Hiermit setzen sich die Kommunen für die Verbesserung der ländlichen Infrastruktur ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Kommunalen Allianz Kissinger Bogen.

Die Kosten für die Erstellung des Konzeptes wurden durch das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken zu Prozent bezuschusst. Die Fördermittel können die Gemeinden beantragen, weil sie im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung zusammenarbeiten. Die interkommunale Kooperation in der Allianz Kissinger Bogen lohnt sich somit auch finanziell.

Der Betreuer der Allianz Kissinger Bogen, Baudirektor Joachim Mair vom ALE Unterfranken, erklärte die Bedeutung der Maßnahme für das Einzugsgebiet folgend: "Durch das Kernwegenetz besteht nun Klarheit darüber, wo die Trassen der wichtigsten landwirtschaftlichen An- und Abfuhrwege verlaufen. Damit wurde eine wichtige Entscheidungsgrundlage für zukünftige Investitionen geschaffen."

Die Planung eines Ländlichen Kernwegenetzes bietet Landwirten, Kommunen und Bürgern folgende Vorteile: adäquates Wegenetz zwischen den Gemarkungen, Entlastung der Ortsdurchfahren, geringere Unterhaltskosten, neue Möglichkeiten für Tourismus, Mobilität und Naherholung (Rad- und Freizeitnutzung). Insgesamt wurden im Gebiet der Allianz Kissinger Bogen rund 56 Kilometer Kernwege ausgewiesen, die sich zu über 99 Prozent auf bereits vorhandenen Weg-Trassen befinden.

Der Erfolg bei der Erstellung eines Konzeptes hängt auch vom ausführenden Büro ab. Die an der Konzepterstellung teilnehmenden Kommunen Markt Bad Bocklet, Markt Burkardroth und Gemeinde Nüdlingen (Markt Oberthulba beteiligte sich diesbezüglich im Rahmen der Allianz Fränkisches Saaletal) waren mit der Auswahl des Fachbüros sehr zufrieden. Dies bestätigte auch die Rückmeldung von Waldemar Bug, Bürgermeister des Marktes Burkardroth: "Mit der BBV-Landsiedlung hatten wir einen kundigen Partner."


Drei zukünftige Bauabschnitte

Die BBV LandSiedlung GmbH nahm eine einfache bautechnische Erfassung der einzelnen Wegabschnitte vor. Diese Wege sind laut dem Konzept in drei zukünftige Ausbauabschnitte unterteilt. Kurzfristig (in bis zu fünf Jahren ausbauen), mittelfristig (in fünf bis 15 Jahren ausbauen) und langfristig (nach 15 Jahren ausbauen).

Die Festlegung der in Frage kommenden Wegeverbindungen in jeder Gemeinde wurde mit den relevanten Schlüsselpersonen (Bürgermeister, Gemeindevertreter, Ortsobmänner, Landwirte, Feldgeschworene etc.) ausführlich erörtert. Das Ergebnis wurde in einem Arbeitskreis, bestehend aus den Bürgermeistern und anderen Gemeindevertretern, dem Projektbetreuer vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken (ALE), dem beauftragten Büro und Vertretern von Fachbehörden diskutiert und die Netzstruktur festgelegt. Danach wurden die Vorabeinschätzungen der Träger öffentlicher Belange eingeholt.


Partner in die Pflicht nehmen

Mit dem Kernwegekonzept ist es den Gemeinden in der Allianz Kissinger Bogen zunächst gelungen, die wichtigsten Wege in entsprechend verstärkter Ausführung zu planen. Für die konkrete Umsetzung ist nun ein wichtiger Fakt für den Vorsitzenden Bug offen: "Die Entwicklung in der Landwirtschaft überschlägt sich förmlich - Maße und Gewichte der landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte reizen die Grenzen der Straßenverkehrszulassungsordnung bis ins Letzte aus. Unsere Flurwege sind überfordert. Eigentlich müssten sie alle entsprechend verstärkt werden. Die Baumaßnahmen werden keinesfalls komplett gefördert, der Eigenanteil muss finanziert werden. Gemäß dem Verursacherprinzip sind hier die Partner mit in die Pflicht zu nehmen."