Hier muss der Caritasverband als künftiger Träger der Fachakademie für Sozialpädagogik und der Fachschule für Altenpflege mit dem Augustinerorden in Verhandlungen treten und klären, ob das möglich sein wird. Bei der Caritas ist man allerdings noch nicht so weit. Der Caritasverband wartet derzeit auf die Anerkennung der Schulübernahme durch den Freistaat.

Dass die Planungen für einen Neubau noch nicht in Angriff genommen sind, liegt daran, dass es gewissermaßen zwei Baustellen am BBZ gibt. Die eine ist die künftige Übernahme der kommunalen Schulen durch die Caritas-Schulen GmbH Würzburg, bei der anderen handelt es sich um den geplanten Neubau. Beide Schritte hat der Landkreis in diesem Jahr in die Wege geleitet, beide spielen beim künftigen Neubau eine Rolle.


Gemeinsames Konzept

Das Landratsamt Bad Kissingen hat die für das Jahresende vorgesehene Architektenausschreibung aus diesem Grund noch nicht vorgenommen. Denn zuvor müsse die Caritas abklären, ob sie in das Gesamtkonzept zum Schulneubau das Studienseminar einbezogen wird, betont der Pressesprecher des Landkreises, Stefan Seufert, auf Anfrage.

Bei der Caritas-Schulen GmbH sind diesbezüglich noch keine Schritte unternommen worden. Manfred Steigerwald, der Geschäftsführer der Caritas-Schulen GmbH in Würzburg, erläutert die Gründe. "Wir brauchen die Anerkennung durchs Ministerium. Solange die nicht da ist, kann ich keine Entscheidungen treffen."

Die Caritas kann allerdings davon ausgehen, dass diese Anerkennung keine Probleme macht. Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am 10. Oktober 2013 die Übertragung beschlossen - Termin Schuljahr 2014/2015. Die Caritas gGmbH hat mit Schreiben vom 15. Oktober den Antrag auf staatliche Anerkennung der beiden Schulen gestellt. Es geht nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums um die staatliche Anerkennung der Prüfungsleistungen. "Die entsprechende Prüfung wird vom Ministerium - wie in vergleichbaren Fällen - zeitnah erfolgen und aufgrund der derzeit bekannten Tatsachen spricht nichts dagegen, dass das Verfahren positiv abgeschlossen werden kann", heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums-Pressesprechers Ludwig Unger.

Die Caritas-Schulen GmbH möchte die Flächen des Studienseminars, die nicht vom Gymnasium und Schülerhort benötigt werden, gerne nutzen. So viel kann Manfred Steigerwald bestätigen. Einmal hat er sich das Haus bereits angesehen. Der Augustinerorden sei offen für entsprechende Gespräche, betont der Ordensprovinzial Pater Alfons Tony.

Gleichzeitig sei beabsichtigt, dass im künftigen BBZ-Neubau die Räumlichkeiten zur gemeinsamen Nutzung mit den staatlichen Fachschulen entstehen. "Das BBZ wird als Einheit erhalten bleiben", versichert Manfred Steigerwald. Das sei auch der ausdrückliche Wunsch des Landkreises, betont Stefan Seufert. Bevor nicht klar ist, wie das Studienseminar künftig vom Berufsbildungszentrum genutzt werden kann, mache es keinen Sinn, Architekten-Ausschreibungen vorzunehmen, erläutert Pressesprecher Stefan Seufert auf Anfrage. Deshalb wartet man auf die Entscheidungen der Caritas. Wenn der Landkreis seine Bauarbeiten am Bad Kissinger Gymnasium abgeschlossen hat, will er mit dem Neubau am Berufsbildungszentrum beginnen. Das hat der Kreistag so festgelegt.
Am Berufsbildungszentrum kann so lange der Unterricht planmäßig laufen. Die Räumlichkeiten sind alle voll nutzbar. "Wir haben keine Raumnöte", sagt Oberstudiendirektor Harry Koch.

"Es gibt Leute, die sind schlimmer dran", ergänzt er. Die bestehenden Baumängel behindern den Unterricht allerhöchstens bei extremen Wetterbedingungen. In diesem Schuljahr hatte man bisher Glück. Bis zu den Weihnachtsferien ist die Schule vor Herbst- und Winterstürmen sowie vor Kälteeinbrüchen verschont geblieben. Bei großer Kälte lässt sich das Haus schlecht heizen. Es zieht durch die Fenster. Und bei Regenstürmen kann es vorkommen, dass das Wasser über die nicht mehr dichten Fenster auch in die Klassenzimmer läuft. Deshalb hofft Harry Koch, dass die Planungen für den Neubau des Berufsbildungszentrums zeitnah anlaufen.