Das Veterinäramt des Landkreises habe sich die Haltebedingungen im November angeschaut und als Auflage die Errichtung eines Unterstandes erteilt, erklärte sie am Dienstag. Den Unterstand habe sie auch bald errichtet.
Weil die Auflage von der Behörde gekommen sei, habe sie nicht geahnt, dass sie für den Unterstand zusätzlich noch eine Baugenehmigung beantragen müsse und dies dann nachgeholt.

"Bin keine Tierquälerin"

Zudem habe sie ein altes und krankes Pferd zur Pflege übernommen, das ihr selbst nicht gehöre, um es vor dem Schlachter zu retten. Das Pferd werde behandelt, die Therapie sei langwierig, möglicherweise könne es noch gerettet werden. "Ich bin keine Tierquälerin", betonte die Frau, die Pferde bekämen auch genug zu fressen.
Dr. Richard Roider, stellvertretender Leiter des Veterinäramtes, erklärte am Mittwoch auf Anfrage, dass er nach dem Zeitungsbericht eine unangemeldete Kontrolle am Montag durchgeführt habe. Die Tiere seien in einem guten Ernährungszustand, "aber das Drumherum passt nicht." Die Halterin bekomme nun ein Schreiben, das bestimmte Mängel innerhalb von 14 Tagen abzustellen seien.

So müsse der Unterstand von drei Seiten geschlossen werden, um den Tieren ausreichend Schutz vor der Witterung zu bieten. Der Boden müsse trocken sein und mit Einstreu versehen werden. "Jedes Pferd braucht vier Quadratmeter, um sich hinlegen zu können", erklärte Roider. Zudem benötigten die Tiere eine trockene Fläche auf der Koppel, die Schotterung reiche nicht. Das kranke, am Huf verletzte Pferd solle durch einen Tierarzt untersucht werden, das Ergebnis sei dem Veterinäramt mitzuteilen.

"Schutz muss gewährleistet sein"

Sollten die genannten Auflagen nicht erfüllt werden, müssten die Tiere anderweitig untergebracht werden. "Wir wollen ihr die Pferde nicht wegnehmen, aber der Tierschutz muss gewährleistet sein", unterstrich der Veterinäroberrat. Bei der vorhergehenden Kontrolle im Herbst seien die Haltebedingungen noch in Ordnung gewesen. Mittlerweile hätten sie sich aber verschlechtert, was auch auf die anhaltende Nässe zurückzuführen sei. In der kalten Jahreszeit bräuchten die Tiere nun unbedingt einen besseren Schutz.
Was die baurechtliche Genehmigung anbelange, sei das Veterinäramt übrigens außen vor. Da müsse sich die Tierhalterin an die zuständigen Fachbehörden wenden.