Der Hofheimer Rainer Mathes hatte dem Arnsteiner Forstbetrieb vorgeworfen, jetzt im Frühjahr Holzfällarbeiten in einem alten Eichenwald durchzuführen ohne Rücksicht auf die Brutzeit und den alten Baumbestand. Dem Forstbetrieb wirft er vor, Waldbewirtschaftung nur nach wirtschaftlichen und nicht unter nachhaltigen Gesichtspunkten durchzuführen. Im Brief vertritt Mathes zudem die Meinung, der Staatsforst habe damit gegen einschlägige Vorschriften verstoßen.

Die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hat daraufhin beschlossen, den Vorwürfen nachzugehen, da es sich bei dem Waldstück um eine FFH-Fläche handelt. Die Behörde werde prüfen, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrenswege eingehalten wurden, so Pressesprecher Stefan Seufert. Der zuständige Forstbetriebsleiter Lothar Kiennen hat sich nach eigenen Angaben ebenfalls sofort mit dem Vorwurf befasst und bezeichnet ihn als falsch. Es handle sich um einen ganz normalen Einschlag, der nicht erst jetzt, sondern bereits im März stattgefunden habe. Er selbst habe sich aufgrund des Briefes nochmals vom ordnungsgemäßen Verlauf der Arbeiten in diesem Waldabschnitt überzeugt.

Die im Brief genannten Aussagen von Waldarbeitern könnten zudem nicht von den Forstarbeitern stammen, da zum genannten Zeitpunkt keine Waldarbeiter mehr dort im Einsatz waren, ergänzt Kiennen. Die Eichen würden auch nicht , wie im Brief erwähnt, ins Ausland verkauft. Kiennen hatte sogar überlegt, Anzeige wegen Verleumdung zu erstatten, sieht aber davon ab. Er will den Hofheimer Naturschützer lieber zu einem Ortstermin einladen.