Lag es an der Erkältung, die Oberbürgermeister Kay Blankenburg hörbar zur Bürgerversammlung nach Poppenroth mitbrachte, dass ihn die knapp 60 Teilnehmer schonten und sich mit Fragen oder Beschwerden zurückhielten? Oder ist die Welt auf der Höhe hinterm Klauswald noch ein bisschen heiler? Und es gab tatsächlich keine gravierenden Probleme, an denen sich die Bürger abarbeiten wollten?
Die gute Luft in der Höhe von Poppenroth helfe ihm sicher bei der Genesung, begann Blankenburg und warb um Verständnis für seine angeschlagene Stimme. Er rief die wichtigsten Themen aus der letzten Bürgerversammlung in Erinnerung und bedauerte, dass die Einwohnerzahl des Stadtteils von 888 im letzten auf 878 in diesem Jahr geschrumpft sei. Aus der aufgelegten Folie war zu ersehen, dass dieser unerfreuliche Trend für die gesamte Stadt gilt.

Ortsverbindung, Industriegebiet

Das Projekt "Industriegebiet" bleibe derzeit noch in der Planung, zunächst sei die Frage der Zufahrt zu klären, berichtete das Stadtoberhaupt. Die Bürgerbefragung habe eine knappe Entscheidung zugunsten einer Fortführung der Planung ergeben. Allerdings hätten in Albertshausen rund zwei Drittel der Befragten gegen das Industriegebiet gestimmt.
Die Verbindungsstraße nach Albertshausen werde ausgebaut, ein Zuschussantrag sei gestellt, die darin geforderte Verbreiterung der Straße könne Blankenburg aber nur schwer nachvollziehen. Das rief auch einige Teilnehmer auf den Plan, die eine noch höhere Verkehrsbelastung der Anwohner fürchteten. Unterstützung erhielt der OB vom ehemaligen Ortssprecher Wolfgang Wimmel: "Wir brauchen die Straße vor allem für die Schüler". Blankenburg versprach, weiterhin für ein Lkw-Durchfahrtverbot zu sorgen.

50 MB bis Ende des Jahres

Blankenburg zeigte sich erfreut, dass man vor kurzem den Kindergarten habe einweihen können: "Der ist wirklich schön geworden". Er lobte auch die Jagdgenossen, die für den Erhalt der Kreuzigungsgruppe 5000 Euro zur Verfügung gestellt hätten. Ein weiterer Zuschuss sei von der Kulturstiftung des Bezirks in Aussicht gestellt, sodass die kleine Anlage wieder zur Zierde des Ortes werde. Nach der Ankündigung für ein schnelleres Internet in Poppenroth noch in diesem Jahr, stutzte das Stadtoberhaupt: In seinem Redemanuskript hätte hier "starker Beifall der Versammlung" gestanden. Da habe er sich doch mehr Zustimmung erwartet, gestand der OB danach freimütig.

Städtische Grünanlagen pflegen

Die mangelnde Sorgfalt in der Pflege der Grünanlagen am Spielplatz, Friedhof und der Bushaltestelle ärgerten viele Bürger. Und sie taten das auch in mehreren Beiträgen kund. Blankenburg erklärte dazu, dass aufgrund der deutlichen Personalreduzierung beim städtischen Servicebetrieb solche Arbeiten an Fremdfirmen vergeben würden. Er forderte die Bürger auf, Missstände der Stadt zu melden, damit man reagieren könne, um entweder öfter mähen zu lassen, oder bei der Firma vorstellig werden zu können, damit nachgebessert werden müsse.
Einige der Teilnehmer riefen die tadellose Arbeit des Servicebetriebs in der Vergangenheit in Erinnerung und befürworteten, die Pflege vor Ort machen zu lassen, um auch Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. "Muss da eine Firma aus Bamberg kommen?" Der Anregung, die städtische Kehrmaschine wenigstens ab und zu durch den Ortsteilen fahren zu lassen, erteilte der Oberbürgermeister aus Kostengründen derzeit eine klare Absage.
Kay Blankenburg nahm dann noch zwei Anregungen mit ins Rathaus zurück: Die ehemalige Flurbereinigungsstraße nach Schlimpfhof solle auf ein Lkw-Verbot geprüft werden. Ein Bürger wunderte sich, dass in jeder Ortschaft ringsum auf bestehende Wanderwege hingewiesen wird, in Bad Kissingen und den Ortsteilen aber solche Hinweise fehlten. Blankenburg versprach beides zu prüfen.
Nach nur einer Stunde konnte sich der der Oberbürgermeister bei den Poppenrothern für eine sachliche Aussprache in lockerer Atmosphäre im Gasthaus "Traube" bedanken und den Teilnehmer einen guten Heimweg wünschen. Er selbst freue sich jetzt auf einen heißen Tee.