Sparen ist vielschichtig. So sieht es etwa der Bad Kissinger Polizei-Chef Stefan Haschke. Mit dem Begriff ist vieles gemeint. Spontan fällt vielen wohl das Sparschweinchen ein, in das man als Kind die kleinen Geldgeschenke von Oma und Opa steckte, um es einmal im Jahr am Weltspartag (30. Oktober) zur Bank zu bringen.

Als Erwachsener, da sind sich alle der unten stehenden Befragten einig, wird natürlich an 365 Tagen im Jahr gespart. Hoch im Kurs steht bei ihnen ganz konservativ und klassisch: das Sparbuch.

Es wird aber nicht nur Geld gespart, sondern vor allem auch Energie: OB Kay Blankenburg schaltet nachts noch im Rathaus auf der Herrentoilette das Licht aus und für Claudia Rößner sind Elektro-Geräte im Stand-By ein rotes Tuch.

Es zeigt sich, dass jeder seine eigene Spar-Philosophie hat. Nur an eines hat niemand gedacht: Das man sich manchmal mehr Zeit nehmen sollte. Auch die lässt sich sparen.

Kay Blankenburg (Oberbürgermeister Bad Kissingen)

"Immobilien sind eine sichere Sache", sagt der Rathauschef, der sich selbst als konservativen Sparer bezeichnet. "Ich fürchte, ich kann nicht mit vielen Tipps und Tricks dienen." Bei Geldanlagen setzt er auf Sparbücher, von Aktien hingegen ist er kuriert - Telekom sei dank. Privat zeigt er sich vor allem als Energiesparer: "Energiesparlampen sind sowieso klar. Wenn ich sehe, dass irgendwo ein Licht brennt, gehe ich zurück und mache es aus. Auch im Rathaus." Schon oft sei er nach längeren Sitzungen noch einmal zurück gelaufen und habe das Licht auf der Herrentoilette ausgeschaltet. "Auch PC und Fernseher müssen nicht im Stand-By laufen, sondern werden ausgeschaltet", kämpft er gegen kleine Stromfresser.

Stefan Haschke (Leiter Polizei Bad Kissingen)

Der dreifache Familienvater hat eine klare Grundregel: "Ich versuche nur das auszugeben, was ich mir angespart habe." Ein Leben auf Pump kam für ihn nie in Frage. "Das teuerste ist zur Bank zu gehen, um dort einen Kredit aufzunehmen, weil man mit den Zinsen gleich zwei mal bezahlen muss." Bei größeren Anschaffungen denkt Haschke langfristig. "Ich fahre nur Dieselfahrzeuge und keine Benzinfresser. Es ist manchmal besser, qualitativ hochwertige Sachen zu kaufen, die dafür länger halten." Er nutzt Vergleichsportale im Internet, wenn er eine neue Versicherung abschließt, geht aber auch gerne in den Laden von nebenan, um sich beraten zu lassen. "Man kann auch hier vor Ort richtig gute Schnäppchen machen."

Heidrun Vorndran (Direktorin Spielbank Bad Kissingen)

Als Spielbank-Chefin hat Vorndran täglich mit Zahlen zu tun. "Sparen im Sinne des Weltspartages hat für mich keine Bedeutung. Ich spare auch an den übrigen 364 Tagen im Jahr." Allerdings achtet sie sehr wohl darauf, sich Dinge zu gönnen. Schmuck beispielsweise: "Wenn es um Ohrringe geht, werde ich schwach", sagt sie. "Außerdem bin ich auch Vegetarierin. Also spare ich am Fleisch", meint sie lächelnd. Sie legt Wert auf einen bewussten Umgang mit Geld, Insbesondere ihrer Tochter gegenüber will sie das vorleben. Bei teuren Wünschen muss das Taschengeld dran glauben. "Wenn man selbst etwas für eine Sache investieren muss, schätzt man das hinterher auch mehr", ist sie sich sicher.

Claudia Rößner (Leiterin Caritaskreisverband Bad Kissingen)

"Ich versuche das ganze Jahr über Ressourcen zu sparen. Da sollte man immer darauf achten", sagt Rößner. Das zieht sie konsequent durch. "Stand-By ist bei mir ein rotes Tuch. Elektro-Geräte sollten immer abgeschaltet werden." Sie vergleicht Preise da, wo es sinnvoll ist. "Diese Geiz-ist-geil Werbung kann ich überhaupt nicht leiden. Man muss auch immer überlegen, was hinter den billigen Preisen steht." Zum Beispiel, unter welchen Bedingungen Billig-T-Shirts in Bangladesch hergestellt werden. Auch gutes Essen ist ihr mehr Wert: "Bei Lebensmitteln bin ich kein Sparbrötchen. Da will ich Qualität, da schaue ich nicht auf den Preis." Rößner greift deshalb lieber auf regionale und saisonale Produkte zurück.

Bernd Hammer (Leiter städtische Musikschule Bad Kissingen)

Beim Thema Sparen muss Hammer schmunzeln. "Ich habe vier Kinder in die Welt gesetzt. Da musste das Sparbuch öfter als gedacht dran glauben", sagt er lachend. Der Musiker geht das Thema ganz pragmatisch an: "Die Erfahrung hat mich vor allem gelehrt: Wenn ich etwas Größeres vorhabe, muss ich auf ein Projekt hin sparen." Egal ob das jetzt eine Reise oder ein Kühlschrank ist. Zuletzt ist ein Familienurlaub in Afrika heraus gesprungen. Das empfindet er ermutigend. "Sparen heißt, sich ein bisschen einschränken. Man weiß, man kann sich etwas leisten, wenn man fest auf etwas hinarbeitet." Allerdings ohne auf wichtige Dinge verzichten zu müssen. "Wir haben hier das Glück, überhaupt etwas Sparen zu können."