Die magischen Orte des Frankenweines werden nach Ansicht ihrer Initiatoren zu einem touristischen Zugpferd ganz Frankens. Zwölf sind bereits realisiert, insgesamt sollen es 20 werden. 2019 drängt Hammelburg auf die werbeträchtige Landkarte mit den terroir f-Punkten. Nach Ramsthal wäre dies der zweite magische Ort im Saaletal.


Einweihung bereits 2019

Jetzt stimmte der Stadtrat dem Vorkonzept zu. Es ist bereits von der Bauverwaltung, der Naturschutzbehörde und in Weinbaukreisen gut geheißen worden. Möglicherweise noch vor den Sommerferien soll die grafische Konzeption vorgestellt werden. Architekt Thomas Wirth, vom Büro Arc.grün (Kitzingen), erläuterte den Stand der Planungen. "Einweihung kann schon im Mai oder Juni kommenden Jahres zu einem Ihrer Feste sein", stellte er in Aussicht. Die bisherigen Punkte, zu denen es auch noch einen eigenen Reiseführer geben soll, kämen glänzend an. Es gebe auch schon Gruppen, die unterwegs seien, um alle angebotenen Punkte zu erkunden. Überregional wird das Konzept auf Messen beworben. Für Hammelburg haben sich die Macher etwas besonderes ausgedacht.
Sie wollen hier unter Einbeziehung des Hüttenkonzeptes die älteste Weinstadt Frankens präsentierten. Bewusst plane man kein großes Bauwerk. Gedacht ist an einen kleinen Weg durch einen Weinbergs-Zipfel, auf dem an einem stilisierten Zeitstrahl an vier Hörsäulen aus Corten-Stahl Informationen abgerufen werden können. Gesprochen möglicherweise in Hammelburger Dialekt.
Fahnen und Sitzbänke sollen den Aussichtspunkt ergänzen. Betrieben werden sollen die Säulen voraussichtlich mit Solarenergie. Auch gebe es Überlegungen, eine Kinderstation mit einem Bewegungsangebot anzubieten.
Die Feinplanung beginnt jetzt. Das Ganze kann wegen der Steigung im Weinberg nicht barrierefrei werden, räumte Wirth ein. Aber einen Stück des Weges lege man möglicherweise ebener an, als den Rest. Fraglich sei noch, ob man die aufwendigste Station in diesem Bereich anordne, oder als "Belohnung" zum Schluss ganz oben. Die Kosten summieren sich auf 170 000 Euro, wobei abzüglich von Fördermitteln aus Leader ein städtischer Eigenanteil von 100 000 Euro bleibt. 10 000 Euro hat der Weinbauverein als Unterstützung zugesagt. Außerdem ziehen die Initiatoren ein Sponsoring zu viermal je 2000 Euro in Betracht.


Sorgen zerstreut

Geprüft wird auf Anregung aus dem Stadtrat, die Aufnahme von Blindenschrift an den Stationen zu ermöglichen. Eine Gestaltung der Hörstationen in runder Fassform scheitere wohl an den Kosten, gab Architekt Wirth zu bedenken.
Sorgen einzelner Stadträte, dass der Punkt vom Parkplatz am Krankenhaus aus für Senioren zu beschwerlich zu erreichen ist, zerstreute Gästeführer Reiner Stein aus dem Publikum. Eineinhalb Stunden Gehzeit hin und zurück durch den Weinberg und eine halben Stunde Aufenthalt bildeten einen reizvollen Ausflug. Insgesamt kommt die moderne Gestaltung gut an. Bürgermeister Armin Warmuth sieht den Punkt als weiteren erfolgversprechenden Ansatz, um die touristischen Schätze Hammelburgs zu heben. Wolfgang Dünnebier