Die Personalverwaltung der Stadt Bad Kissingen bemerkt diese Entwicklung unter anderem an der Zahl der Stellenbewegungen, die sie pro Jahr zu bearbeiten hat. Kerstin Heinisch, Leiterin der Haupt- und Personalverwaltung im Rathaus, belegt in ihrem Personalbericht, den sie bei der ersten öffentlichen Debatte des aktuellen Haushalts vorlegte, wie stark die Zahl der Wechsel binnen weniger Jahre gestiegen sei. 2014 und 2015 haben es jeweils lediglich zehn Stellenbewegungen im Jahr gegeben. 2018 seien es über dreimal so viele gewesen.

Probleme beim Freibad

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Als besonders drastisches Beispiel dafür, dass es immer schwieriger wird, "Stellen adäquat nachzubesetzen", stellt Heinisch in ihrem Personalbericht die Personalsituation beim Terrassenschwimmbad dar. Weil dort seit dem Verkauf der Eishalle neue Mitarbeiter nicht mehr in Vollzeit, sondern nur noch für die Saison des Freibads eingestellt würden, werde es "zunehmend anstrengender, Personal für diesen Beruf zu gewinnen".

Eine Lösung aus Sicht der Stadt könnte sein, dass das Rathaus für das Terrassenschwimmbad ähnliche Pläne hegt wie für das Hallenbad. Der Betrieb des städtischen Freibads soll unter Umständen dem städtischen Tochterunternehmen Stadtwerke GmbH übertragen werden.

Bis zu dreimal ausgeschrieben

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Aber auch ohne diesen besonderen Aspekt, ist nach Heinischs Angaben für die Personalgewinnung ganz allgemein immer größerer Aufwand nötig. In jünger Vergangenheit hätten Stellen "teilweise bis zu dreimal ausgeschrieben" werden müssen, bis sie besetzt werden konnten. Dabei könne sich die Kurstadt sogar noch glücklich schätzen, dass es gelang, das Personal einzustellen. "In anderen Städten", so Kerstin Heinisch, "bleiben Stellen wegen Bewerbermangels jahrelang unbesetzt". Das lähmt aus ihrer Sicht den Verwaltungsablauf "und verbrennt die verbleibenden Mitarbeiter".

Der durchschnittliche Beschäftigte der Stadt Bad Kissingen ist nach Heinischs Rechnung 49,4 Jahre alt. Für die Verwaltungsbediensteten liegt der Schnitt mit 48,5 Jahren knapp unter diesem Wert, bei den Beschäftigten im Servicebetrieb mit 51,9 Jahren ein Stück darüber. Insgesamt ist das Durchschnittsalter der städtischen Bediensteten in den vergangenen Jahren angestiegen.

Laut Heinischs Bericht bewegen sich 55 Prozent der städtischen Bediensteten altersmäßig zwischen 51 Jahren und dem Rentenalter. Der Anteil der bis zu 30-Jährigen dagegen beträgt lediglich rund 8,5 Prozent.

Mehr Männer als Frauen

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Der Männeranteil ist bei der Stadtverwaltung immer noch größer als der Frauenanteil. 55 Prozent des Personals sind männlich, 45 Prozent weiblich. Noch deutlicher wird der Männerüberschuss beim Blick auf die Verteilung von Vollzeit- und Teilzeitstellen. Die 55 Prozent bei den Männern verteilen sich auf 48 Prozent Vollzeit- und sieben Prozent Teilzeitbeschäftigte. Die 45 Prozent Frauen dagegen teilen sich in 28 Prozent Teilzeit und nur 17 Prozent Vollzeit auf. Den Anteil der Menschen mit Behinderung am Gesamtpersonalstand gibt die Stadt mit acht Prozent an. Der Anteil der befristet Beschäftigten betrage fünf Prozent. Insgesamt, schreibt Heinisch, waren zum Stichtag 31. Oktober vergangenen Jahres 296 Menschen bei der Stadt beschäftigt.

Zahl der Stellen steigt wieder

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Nach einigen Jahren der Stagnation sei die Zahl der Stellen bei der Stadt seit 2017 wieder im Anwachsen begriffen. Von 2018 auf 2019 ist im Personalbericht von einer Steigerung um 9,68 auf 268,84 Stellen die Rede.

Ansteigen werden auch die Personalkosten. Knapp 15,6 Millionen Euro sind dafür im Haushalt 2019 angesetzt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Stellen tatsächlich besetzt werden können. In der Regel hat die Stadt am Ende des Haushaltsjahres nicht den ganzen Ansatz wirklich ausgegeben.

Siegfried Farkas