Der Reiterverein Bad Kissingen hatte in den vergangenen Jahren schon mit etlichen Problemen zu kämpfen. Jetzt muss er schon wieder eins lösen. Hubert Kaltwasser, der erst vor gut einem Jahr die Pacht der Reitanlage übernommen hat, hört auf. Der Verein sucht bereits nach einem Nachfolger.

"Suche Pächter für die Reitanlage Bad Kissingen" - mit diesem Hinweis auf Facebook hat Kaltwasser das Thema selbst öffentlich gemacht. Auf Nachfrage führt er für seinen geplanten Abschied gesundheitliche Gründe ins Feld. Seine Entscheidung löst im Verein Bedauern aus.

Vorsitzender Timo Sitte nennt den Abschied Kaltwassers von der Pacht "sehr schade". Kaltwasser sei für ihn persönlich ein "sehr guter Freund". Mit der Arbeit der vergangenen Monate war der Verein ganz offensichtlich rundum zufrieden. Dass das nicht nur leere Worte zum Abschied sind, wird auch an dem Umstand deutlich, dass Kaltwasser den Verein nicht einfach hängen lässt.

Die Suche nach einer Nachfolgelösung laufe zwar bereits, bestätigt Sitte, es gebe aber keine Zeitvorgaben. Kaltwasser sei bereit weiterzumachen, bis der Verein einen Nachfolger gefunden hat. Das mindert den Druck und erleichtert den Reitern die Arbeit an einer guten und tragfähigen Lösung.

Keine kleine Anlage

Ein paar Anfragen habe der Verein in den vergangenen Wochen bereits erhalten, berichtet der Vorsitzende. Für Aussagen über eine Vergabe und deren Zeitrahmen sei es aber noch zu früh.

Die Pacht der Reitanlage stellt keine geringe Aufgabe dar. Zu der Anlage an der Oberen Saline gehören neben dem Stallgebäude die Reithalle mit einer Größe von 20 mal 40 Metern, der westlich angrenzende Reitplatz mit 20 mal 60 Metern, Koppeln und Führmaschine sowie Winter-Paddocks vor dem Gebäude Richtung Norden. Auch eine Wohnung ist im Portfolio.

Überraschend zurückhaltend äußerte Sitte sich am Dienstag in Bezug auf die Pläne zum Neubau des Altenburger Stegs. Das sei ein vereinsinternes Thema, sagte der Vorsitzende. Dazu wolle er im Moment keine Aussage treffen. Wenn Beobachter daraus ableiten, dass hinter dem Projekt ein Fragezeichen steht, dann sei das eben so.

Wie mehrfach berichtet, bestehen seit einiger Zeit Pläne, an der Stelle, wo sich einst der sogenannte Neue Reitersteg der Stadt über die Fränkische Saale spannte, einen neuen Steg zu errichten, der die Möglichkeiten zum Ausreiten in die Natur verbessern soll. Die Stadt will den Steg zwar nicht mehr bauen, aber sie will den Reiterverein als Bauherrn unterstützen. Dafür hat sie nicht nur eine Investitionsförderung von 70 000 Euro in Aussicht gestellt.

Als bekannt wurde, dass ein neuer Steg wegen zusätzlicher Anforderungen der Wasserwirtschaft in Sachen Hochwasserschutz teurer werden würde, zeigten Oberbürgermeister und Stadtrat auch Bereitschaft, die zusätzlichen Kosten von 8900 Euro zu übernehmen.

Kein neuer Kenntnisstand

Das war im Juli. Aus Sicht der Stadt hat sich an diesem Stand nichts geändert. Dem Rathaus lägen zu dem Thema auch keine neuen Informationen von Seiten des Vereins vor, berichtete Thomas Hack, der Pressesprecher des Rathauses, am Dienstag dazu auf Anfrage.

Möglicherweise hat sich aber im Verein etwas geändert. Im Juli hatte Sitte sich zwar bei der Frage nach einer Einschätzung der Kosten des Projekts zurückhaltend gezeigt. Grundsätzlich aber signalisierte er damals Zustimmung für das Projekt. far