Das Bad Kissinger Rakoczy-Fest ist kein Heimatfest wie jedes andere. Bei der Traditionsveranstaltung am letzten Wochenende im Juli geht es nicht nur darum, ein paar Tage unbeschwert zu feiern. Bad Kissingen schlägt für seine Besucher mit dem Fest im Namen des Fürsten Rákóczi, nach dem die bekannteste Heilquelle der Stadt benannt ist, besonders glanzvolle Seiten seiner Geschichte auf. Seinen Reiz bezieht das Wochenende zu einem großen Teil aus der Ausstrahlung der Historischen Persönlichkeiten, die das einstige Weltbad für ein paar Tage erneut besuchen.

Ein Platz bleibt heuer jedoch unbesetzt. Wie Thomas Lutz von der Stadt Bad Kissingen, der das Fest zusammen mit Bruno Heynen von der Staatsbad GmbH federführend organisiert, am Montag auf Anfrage erklärte, wird die Rolle Otto von Bismarcks für dieses Jahr nicht nachbesetzt. Wie berichtet, ist Axel Karl, der Kissingens Eisernen Kurgasts fast drei Jahrzehnte verkörpert hatte, im Mai gestorben. "Aus Pietätsgründen", sagte Lutz, werde es heuer keinen neuen Bismarckdarsteller geben.

Das Gedenken an die langjährige Verkörperung des Reichsgründers wirkt sich auch auf die Festzugfolge aus. Bismarcks Wagen werden in diesem Jahr fehlen. Die dadurch ausfallende Attraktion für Besucher, hofft Lutz, werde aber ausgeglichen durch die Wagen für Katharina die Große und Märchenkönig Ludwig II. Wie berichtet, hat die Gruppe der sogenannten Wawa-Schrauber mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Fests diese Wagen neu gestaltet.

Was die Route des Festzugs angeht, kündigte Lutz bereits die Rückkehr zu jener Strecke an, die Besucher aus der Zeit vor den Arbeiten in der Erhardstraße gewohnt sind. Neu sei in diesem Jahr auch der Ort für die Vorstellung der Historischen am Samstagabend. Der Hofmarschall begrüßt die Gäste aus der Geschichte der Stadt diesmal vor der Spielbank. Zudem wird das Spiel mit Licht und Feuer am Freitagabend nach Lutz' Worten heuer wieder analog. Eine Lasershow gebe es nicht. Wohl aber das beim Publikum beliebte beliebte Ereignis Die Saale brennt. Siegfried Farkas