Alles, was am Kreuzberg und dem Kloster auf dem heiligen Berg der Franken passiert, wird seit jeher vielfältig kommentiert. So sorgten jetzt Straßenbauarbeiten am Bruder-Franz-Haus für einige Spekulationen. Schließlich ist schon seit vielen Jahren immer wieder im Gespräch, eine Umgehungsstraße um das Kloster zu errichten. Entsprechend lautende Gerüchte sind daher aktuell zu hören.
Darauf angesprochen, zeigt sich Angelika Somaruga, die Geschäftsführerin der Klosterbetriebe, recht amüsiert, bevor sie die Hintergründe des Bauprojektes erläutert. Vor etwa einem Jahr, ungünstigerweise genau an dem Tag, als die große Würzburger Wallfahrt auf dem Kreuzberg eintraf, war das Ende des Fettabscheiders für die Klostergastronomie gekommen. Die defekte Anlage sorgte nicht nur für Geruchsbelästigungen, in der Folge wurden auch aufwendige Reparatur- und Sanierungsarbeiten erforderlich.
So müssen die verschiedenen Zu- und Ableitungen für Wasser- und Abwasser, die bislang ungünstigerweise unter dem Josefsbau verliefen, jetzt neu verlegt werden. Die Arbeiten zwischen dem Hof unterhalb der Küche und dem Löschteich, in dessen Nähe sich der Kanalanschluss befindet, laufen. Das lässt sich unschwer an einigen provisorischen Leitungen und einer eher notdürftig wiederhergerichteten Asphaltfläche hinter dem Hundezwinger erkennen. Sie werden wohl bis zum Ende des Jahres dauern.


Alles weiterhin erreichbar

Wie Angelika Somaruga erklärt, bietet sich dadurch unter anderem die Gelegenheit, den neuen Klosterladen an die elektronische Infrastruktur des Klosters anzuschließen, wie auch die Ausschankpavillons am Biergarten an die Wasserversorgung.
Um die neuen Leitungen und Rohre zu verlegen, wird nötig, die Gefällstrecke zwischen der Mauer unterhalb des Biergartens und dem Parkplatz für die Pensionsgäste aufzugraben. Damit wären sowohl die Klosterbrauerei als auch die hinter dem Kloster liegenden Anwesen oder der Sender Kreuzberg abgeschnitten und nicht mehr mit dem Auto oder anderen Fahrzeugen zu erreichen.
Um das zu vermeiden, so Angelika Somaruga, sei nun die neue Trasse hinter dem Bruder-Franz-Haus errichtet worden. Während das Kloster weiterhin über den Biergarten zu erreichen ist, führt die neue geschotterte Fahrbahn unterhalb des Gebäudekomplexes entlang direkt auf den Parkplatz für die Pensionsgäste und von dort auf die ursprüngliche Strecke zur Brauerei und um das Kloster herum. Damit wird ein leidiges Thema besonders aktuell: das missbräuchliche Parken. Die Parkplätze in diesem Bereich sind den Autos der Pensionsgäste vorbehalten, werden aber bekanntlich auch von einigen anderen Kreuzbergbesuchern genutzt, die das eigentliche, große Parkgelände unterhalb des Klosters nicht anfahren. Bei der begrenzten Zahl der Plätze hinter dem Klosterladen werden manche Fahrzeuge dann etwas unkonventionell abgestellt. Hier richtet Somaruga einen dringenden Appell an alle Gäste. Die Fahrstrecke durch den Parkplatz müsse unbedingt frei gehalten werden. Nicht nur, dass hier regelmäßig Lieferfahrzeuge, die Anlieger oder Mitarbeiter des Klosters oder der Sendeanlage durchfahren müssen. Die Zufahrt sei auch für Rettungsfahrzeuge höchst wichtig - zum Beispiel für Notfalleinsätze bei der aktuell herrschenden Hitze.
Unter den Ersten, die die neue Trasse benutzen müssen, werden übrigens wieder die Würzburger Wallfahrer sein. Bis sie am 21. August auf dem heiligen Berg der Franken eintreffen, dürfte die Baufirma ihre Sommerferien beendet und die Straße aufgerissen haben. Wenn dann der große Zug vom Kreuzberggipfel herunterzieht, führt der Weg diesmal nicht nach links, sondern zunächst rechts am Bruder-Franz-Haus vorbei, bevor in einer festlichen Prozession um das Kloster herum der Freialtar vor der Klosterkirche und damit das Ziel erreicht ist.