Sie haben denkmalgeschützte und ortsprägende Gebäude erneuert und wiederbelebt. Dafür wurden jetzt 14 Bauherren aus Bayern mit Staatspreisen ausgezeichnet - darunter drei aus Unterfranken. Die mit je 2000 Euro dotierten Staatspreise "Dorferneuerung und Baukultur" werden alle zwei Jahre vergeben.
Ein Staatspreis für die Region geht in den Landkreis Bad Kissingen: Drei historische Gebäude auf einmal im Ortskern von Euerdorf halste sich Architekt Markus Fleckenstein dort auf. Sein Sanierungsprojekt ist der ehemalige Landgerichtshof, bestehend aus dem im 19. Jahrhundert entstandenen Amtsgericht, der Fronfeste aus dem 16. Jahrhundert und der Zehntscheune. Die Fronfeste soll zu einer originellen Ferienwohnung werden. Seit vier Jahren legt Fleckenstein bei der Sanierung selbst Hand an und will etwa in zwei Jahren ganz fertig sein.
Mit dabei ist in diesem Jahr der Wiesenfelder Dorfladen (Landkreis Main-Spessart), der Anfang August 2015 im alten Lagerhaus der Raiffeisenbank in der Dorfmitte eröffnete. Ideen zu Umbau und Einrichtung lieferte die Architekturstudentin Linda Schäfer in ihrer Masterarbeit. Wiesenfelder Bürger mussten für den Dorfladen 60 000 Euro Startkapital in Form gezeichneter Anteile liefern, was funktionierte.


Sanierung statt Abriss

Ein weiterer Preisträger aus der Region ist das alte Bauernhaus in Stöckach (Landkreis Haßberge). Eigentlich hatte die Gemeinde das Haus wegen seiner maroden Bausubstanz abreißen wollen, doch eine Unterschriftenaktion der Bürger brachte den Meinungsumschwung: Die Kommune investierte 460 000 Euro, und so erblühte das Fachwerkhaus zu neuem Leben und wird nun als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Die Einwohner packten kräftig mit an, leisteten ehrenamtlich 800 Arbeitsstunden - und setzten damit ein Zeichen gegen das Ausbluten des ländlichen Raums. bjk/kv/dübi