Die Filiale der Bäckerei Amthor in der Kellereistraße von Bad Königshofen ist nach dem 23. Dezember Geschichte. Bäckermeister Ullrich Amthor will sich jetzt mehr auf sein Kerngeschäft in Waltershausen konzentrieren, wie er in einem Gespräch mit der Zeitung erklärte.
Rein vom Geschäft her und der Kundenfrequentierung wäre die Weiterführung kein Problem gewesen, so Amthor weiter, trotz der monatelangen Baustelle in der Straße, die sich durchaus negativ bemerkbar machte. Der Hermes-Shop, der auch in der Bäckerei untergebracht war, wird ab dem 1. Januar vom benachbarten Video-Studio Schmitt in der Kellereistraße übernommen.
Die Gründe für den Entschluss, die Filiale nach 20 Jahren zu schließen, liegen ganz woanders. "Ich werde demnächst 57 und bin gesundheitlich etwas angeschlagen", macht der Bäckermeister deutlich. Dazu komme die Aussicht auf zwei weitere Backshops im künftigen DM-Markt auf dem Aldi-Gelände und im geplanten Rewe-Supermarkt auf dem Zehner-Gelände. Wobei Amthor einräumt, dass die Konkurrenz durch Supermärkte keine neue Entwicklung ist. Der Kunde entscheide schließlich, wo er einkauft. Doch der Druck werde halt auch immer größer.
Und schließlich ist da noch das Hauptproblem, das aber nicht nur die Bäckerzunft betrifft. Vor allem an Auszubildenden mangelt es dem Handwerk. Dazu kommt noch, dass jetzt geburtenschwache Jahrgänge aus der Schule entlassen werden. Eine Nachfolge für Amthors Betrieb ist nicht Sicht. Es gebe zwar Interessenten, das Ganze sei aber noch nicht spruchreif, sagt der Bäckermeister, betont aber auch, dass er schon noch eine Weile weitermachen möchte.


Zwölf-Stunden-Arbeitstag

Gut zwölf Stunden dauert sein Arbeitstag, davon verbringt er gut vier im Büro. Sein Engagement als Obermeister der Bäckerinnung Rhön-Grabfeld/Bad Kissingen nicht eingerechnet.
"Seit Jahrzehnten wird uns versprochen, die Bürokratie abzubauen", erleichtert worden sei bislang aber nichts. Das mache die Nachfolgesuche noch schwieriger, erklärt Amthor. "Warum soll ich Bäcker lernen, wenn ich dann im Büro sitze", habe ihn sein Sohn gefragt und sich beruflich anderweitig entschieden.
Ungewiss ist die die Zukunft der Bäckerei Mauer am Marktplatz, nachdem Bäckermeister Hubert Mauer kürzlich verstorben ist. "Wir müssen erst einmal abwarten, es ist noch nicht alles geklärt", sagt Sohn Volker Mauer, der seit vielen Jahren in Hohenroth lebt. Er ist zwar auch Bäckermeister, ob er das Geschäft weiterführen wird, ist fraglich. Auf alle Fälle bleibt es erst einmal geschlossen.
Wenn die Bäckerei Mauer nicht mehr öffnen sollte, dann bleiben im Stadtzentrum nur noch das Café Mozart, das von dem in Münnerstadt ansässigen Bäcker Silvio Lehmann betrieben wird, und das Café Heintz, das aber eine Konditorei ist.