Dass die Region um Bad Kissingen in dieser Disziplin ganz vorne mitspielt, ist keine Überraschung: Im Bäderkreis stehen im Unterfrankenvergleich die meisten Pflegeheime. Die Zahl der Betreuungseinrichtungen und damit die Bedeutung der Pflege als Branche wächst seit Jahrzehnten scheinbar unaufhörlich. Zum Jahresende 2017 zählte das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung im Freistaat insgesamt 1885 stationäre Pflegeeinrichtungen. Gut 136 000 Plätze wurden dort insgesamt angeboten.

Nur ein Drittel arbeitet in Vollzeit

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Betreut haben die Heime nach Angaben der Statistiker, alles zusammengenommen, in Bayern 126 259 Menschen. Im Einsatz waren dabei in den Einrichtungen knapp 107 000 Beschäftigte. Gut 36 000 von ihnen arbeiteten in Vollzeit, gut 56 000 in Teilzeit und fast 8000 als geringfügig Beschäftigte. Dazu kamen rund 6000 Auszubildende. "Die überwiegende Mehrzahl der dort Tätigen", so die Statistiker weiter, "waren Frauen".

Die Verhältnisse im Landkreis Bad Kissingen stellen sich ähnlich dar. 1649 Plätzen in Pflegeheimen standen hier zum Jahresende 2017 insgesamt 1615 in Pflegeheimen betreute Menschen gegenüber. Mit 35 Heimen nahm der Bäderkreis Platz eins in Unterfranken ein, gefolgt von der Stadt (32) und dem Landkreis Würzburg (29).

Zur Spitzengruppe zählt die Region um Bad Kissingen im unterfränkischen Vergleich auch bei der Zahl der in Pflegeheimen betreuten Menschen. 1615 Frauen und Männer markieren hier den zweithöchsten Wert nach der Stadt Würzburg (1846) und vor dem Landkreis Würzburg (1353), die beide deutlich mehr Einwohner haben als der Kreis Kissingen.

Der weitaus überwiegende Teil der Betreuten ist dabei vollstationär betreut worden, sei es nun in Dauer- oder in Kurzzeitpflege. Teilstationär, also als Tagesgäste in einer geeigneten Einrichtung, wurden im Landkreis Bad Kissingen zum gleichen Zeitpunkt lediglich 179 Menschen betreut.

Zweiter nach der Stadt Würzburg ist der Kreis Kissingen auf Bezirksebene auch in Sachen Ausstattung mit Betreuungspersonal. Nach Angaben des Statistischen Landesamts waren in den Würzburger Pflegeheimen zum Stichtag 1511 Menschen tätig. Für den Bäderlandkreis standen 1241 in Pflegeheimen beschäftigte Frauen und Männer zu Buche.

Bei der Verteilung der Betreuten auf die fünf verschiedenen Pflegegrade weicht die Situation im Landkreis Bad Kissingen nicht auffällig vom Landesdurchschnitt ab. Der Anteil von Menschen mit Pflegegrad 1 war Ende 2017 vor Ort mit 2,8 Prozent gering. Was an Betreuung von Menschen mit dieser Einstufung nötig ist, kann offenkundig weitgehend zuhause bewältigt werden. Menschen mit Pflegegrad 2 stellten im Landkreis 23,1 Prozent der in Pflegeheimen Betreuten.

Pflegegrad 3 traf auf 32,3 Prozent der Pflegeheimbewohner zu, also praktisch auf jeden dritten. Pflegegrad 4 wiesen 26,6 Prozent und Pflegegrad 5 auch noch 14,1 Prozent der in Heimen betreuten Menschen auf. Die Zahl der Menschen dort, für die die Zuordnung eines Pflegegrads noch ausstand, war nach Angaben der Statistiker sehr gering. Auch in dieser Hinsicht unterscheiden sich die lokalen Zahlen nicht groß von jenen für das ganze Land.

Überwiegend weiblich

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Pflege ist überwiegend weiblich. Rein statistisch gesehen gilt das nicht nur auf der Seite der betreuenden Personen. Auf ganz Bayern bezogen waren 70 Prozent der in Pflegeheimen betreuten Menschen Frauen und nur 30 Prozent Männer. far