Ein modernes Krankenhaus beschäftigt beileibe nicht nur Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal. Längst werden für diverse Einsatzgebiete auch Techniker gesucht. Das Rhön-Klinikum - derzeit durch den neuen Campus auf personellem Expansionskurs - macht da keine Ausnahme. Jetzt fördert es Projekttage für Medizintechnik an der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) mit Unterstützung der "Initiative Junge Forscherinnen und Forscher" (IJF).

Komplexe Aufgabenstellung

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Die Aufgabenstellung ist durchaus komplex. Eine fiktive Patientin hat ständig Nackenschmerzen. Der Arzt empfiehlt ein spezielles auf sie zugeschnittenes Trainingsprogramm. Medizintechniker programmieren für das Smartphone der Patientin eine Reihe von Übungen für ihren Rücken und Nacken. Um alles möglichst zu individualisieren, gibt es als "Belohnung" Blumen auf das Display des Smartphones, schließlich ist die Patientin eine leidenschaftliche Gartenfreundin.

So oder ähnlich lauten die Aufgabenstellungen, mit denen sich Elftklässler der FOS/BOS an zwei Projekttagen beschäftigten. Sie programmierten spezielle neue Übungen und Anweisungen für Patienten, belohnten diese, wenn die Übungen richtig ausgeführt worden sind und bauten obendrein elektronische Hilfsmittel, um die therapeutischen Bewegungen korrekt ausführen zu können. Dieses praxisorientierte Bildungsangebot zu den Themen Medizintechnik und Informationstechnologie, das bei der Premiere unter dem Motto "IT2School - Gemeinsam IT entdecken" zusammengefasst wurde, wird so erstmals in Bayern an einer weiterführenden Schule umgesetzt.

"Die Nachwuchsförderung ist unserem Unternehmen ein großes Anliegen", sagt Professor Dr. Bernd Griewing, Medizin-Vorstand der Rhön-Klinikum AG, beim Besuch der Projekttage in der FOS/BOS. "Mit diesem Kooperationsprojekt ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern der FOS/BOS, den Transfer zwischen Theorie und praktischen Anwendungen im Klinikalltag herzustellen und konkrete Berufsbilder im Gesundheitswesen kennenzulernen", so Griewing.

Exkursionen auf neuem Campus

Da im Rhön-Klinikum modernste Medizintechnik zum Einsatz kommt, zukunftsweisende Technologien wie die elektronische Patientenakte und digitale Tools schon bald in die Praxis umgesetzt werden, ist das Unternehmen auf qualifizierten Nachwuchs in technischen Berufen angewiesen. Wie das Ganze letztlich im Klinikalltag implementiert wird, das können sich die Schülerinnen und Schüler bei Exkursionen auf dem neuen Campus vor Ort anschauen. An der FOS/BOS werden die Projekttage Medizintechnik und IT aber beileibe nicht nur in dem neu entstehenden Zweig Gesundheitstechnik stattfinden. Alle Zweige der Schule nehmen an den Projekttagen teil. "Wir wollen in allen Bereichen der Schule den Kontakt zur Medizintechnik herstellen und so auch mal einen Blick über unseren schulischen Tellerrand hinaus werfen", sagte Schulleiter Ralf Kaminski am ersten Projekttag. Zunächst ist das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Rhön-Klinikum und dem Verein IJF auf drei Jahre fixiert. Bei Erfolg kann es aber gerne darüber hinaus fortgeführt werden.

Perspektiven werden aufgezeigt

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"Die landesweite Initiative für mehr Medizintechnik an Schulen wird bayernweit erstmals an der FOS/BOS in die Tat umgesetzt", sagte Christoph Petschenka, Geschäftsführer von "Initiative Junge Forscherinnen und Forscher". Mitarbeiterinnen des Vereins IJF gaben Hilfestellungen an den Projekttagen, wie Dr. Mirjam Falge ausführte. "Die Schüler sind gefordert, in Teams ihre eigenen Prototypen zu designen und zu bauen", sagte Falge. "Die Projekttage und Exkursionen verknüpfen Unterrichtstheorie mit Berufsalltag. Wir zeigen jungen Menschen für die berufliche Zukunft Perspektiven auf, die der Gesundheitssektor bietet", so Petschenka. Schließlich wartet das Rhön-Klinikum auf engagierte junge Leute, die Medizintechnik in ihre beruflichen Ziele einschließen. Und die sollen am besten aus der Region kommen.