Auf dem Weg zur Arbeit kommt man in Bad Kissingen immer wieder an Stellen vorbei, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind. Am Freitagvormittag etwa stand in der Spitalgasse am Zugang zum Rathausaufzug ein offener Container mit städtischen Akten. Behälter und Inhalt waren gut zu fotografieren. Es wäre auch nicht schwierig gewesen, Akten mitzunehmen. Die Stadt sieht auf Anfrage trotzdem keine Probleme mit dem Datenschutz.
Das Rathaus habe in dieser Woche alte Unterlagen entsorgt, hieß es dazu am Freitag von der Stadtverwaltung auf Anfrage. Weil dem Rathaus der Datenschutz sehr wichtig sei, sei man dabei "sehr sorgfältig vorgegangen". Bei der Aktion seien mehrere Bedienstete des Servicebetriebs im Einsatz gewesen. Dabei hätten sich von Montag bis Mittwoch "immer zwei Kollegen zur Überwachung am Container abgewechselt". Solange einer von oben mit dem Fahrstuhl nach unten zum Container unterwegs gewesen sei, habe unten ein Kollege am Container gewartet, bis der andere abgeladen hatte und abgelöst wurde, um mit dem Fahrstuhl wieder hochzufahren. "Dadurch", so die Stadt weiter, sei der Container an diesen Tagen "stets von Personal unter Beobachtung" gewesen. Darüber hinaus sei der Bereich des Containers durch den Glasfahrstuhl und die umliegenden Büroräume zusätzlich unter Beobachtung gewesen. Datenschutzsensible Daten seien zudem "zusätzlich in Kartons verpackt und im Container nach außen hin nicht einsehbar" gewesen. Die Container habe man nach Abschluss der Arbeiten abends mit Sicherheitsschlössern verschlossen und abtransportiert sowie jeweils neue leere Container aufgestellt.
Der Container am Freitag, schreibt die Stadt, "wurde zum Abschluss der Arbeiten mit irrelevanten, alten Unterlagen aus dem Stadt- und Baurecht befüllt, die für die Öffentlichkeit jederzeit auch öffentlich einsehbar waren". Daher seien diese Unterlagen auch nicht gesondert verpackt oder fortlaufend durch Personal am Container überwacht worden. Nach Abschluss der Arbeiten am Freitag sei der Container aber "ebenfalls ordnungsgemäß verschlossen" worden.
Stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Akten als alt und irrelevant einzustufen sind. Auf einem der Ordner stand: "Zahlungsanordnungen, Teil 2". Die Jahreszahl 2010 darunter war rot durchgeixt. Hineingeschaut haben wir in keinen Ordner. "Zahlungsanordnungen" klang uns einfach zu sehr nach schützenswerten Daten. far