Zum 500-jährigen Bestehen des Sodenbergkreuzes fanden sich 600 bis 700 Gläubige am ehemaligen Friedhofskreuz der Burg Kilianstein der Freiherrn von Thüngen ein. Sie feierten mit Domkapitular Clemens Bieber, Pfarrer Peter Rüb, Pater Mark Sobkowiak und den Diakonen Norbert Betz, Heribert Ranff und Anton Siegler den traditionellen Pfingstgottesdienst.
Domkapitular Clemens Bieber kam gerade noch rechtzeitig zum Pfingstgottesdienst auf den 481 Meter hohen Gipfel des entlegenen Sodenberges. Hatte ihn doch sein Navigationsgerät etwas in die Irre geführt und ein rettender Engel, besser gesagt ein ortskundiger Wanderer, ihm den Weg zur 500-Jahr-Feier des Sodenbergkreuzes gewiesen.

Lange ein Pilgerzentrum

In seiner Predigt ging er auf die Entstehungsgeschichte des Kreuzes am Sodenberg und seine bezeugte Wunderkraft im 17. bis 20. Jahrhundert ein. Das Kreuz ist seit der Zeit der Bauernkriege als Wallfahrtsort beliebt und war über 120 Jahre ein echtes Pilgerzentrum mit Wunderbezeugungen und einer reichen Stiftungskasse aus den Pilgerspenden. Das Geld wurde für verarmte Bauern, Handwerker, Städte nach einer Brandkatastrophe und für die Besoldung der Lehrer in der Umgebung genutzt.
Leider überstanden das Stiftungsgeld und der Stiftungsfonds die Inflation 1923 nicht und musste aufgelöst werden. Die Wallfahrten zum Sodenbergkreuz ebbten nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Geblieben ist der traditionelle Waldgottesdienst am Pfingstmontag, der schon seit 265 Jahren in Schriften bezeugt wird.
"Kirche muss sich einmischen und behauptet sich dort, wo sie Lebensrecht schützt und soziale Netzwerke schafft", das war eine Kernbotschaft von Clemens Bieber.

Dank an die Helfer

Weiter mahnte er den notwendigen Wandel der Geisteshaltung in der Gesellschaft an und zog Parallelen zur geschichtlichen Entwicklung der Sodenbergstiftung. "Sie sehen aus der Geschichte, Geld kann schnell wertlos werden. Wichtig ist es daher, wie glaubwürdig wir uns um das Leben bemühen und wie ehrlich wir mit unseren Mitteln umgehen."
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatte ein 32 Musiker starkes Orchester aus den umliegenden Ortschaften Diebach, Dittlofsroda, Gemünden, Gräfendorf, Michelau, Morlesau, Obereschenbach, Seifriedsburg, Weyersfeld und Wolfsmünster unter Leitung von Jürgen Ditterich übernommen. Pfarrer Peter Rüb dankte allen Helfern für die Vorbereitung des Festgottesdienstes - von der Renovierung der Kapelle bis zum Aufbau des Biergartens im Hofgut Sodenberg. Die Organisation lag in den Händen des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung von Wolfsmünster.
Ein Dank gilt noch Theo Hautsch aus Michelau, der als Spengler viel Eigenleistung und Material für die Dachrenovierung stellte. red/wsch