Wenn Kommunen Haushaltskonsolidierung betreiben, bedeutet das für die Bürger oft, dass sich ihr Haushaltsgeld verringert. Familien, deren Kinder in der Städtischen Musikschule von Bad Kissingen Instrumente lernen, werden das bald merken.
Die Stadt plant eine Erhöhung der Unterrichtsgebühren und begründet sie unter anderem mit dem Verweis auf die Konsolidierung des notleidenden Haushalts. Bei der Konsolidierung müssten alle durch Gebühren finanzierte Einrichtungen der Kommune einer kritischen Prüfung unterzogen werden.
Nach Angaben von Kämmerer Gerhard Schneider soll die Erhöhung aber "maßvoll" ausfallen. 15 000 Euro an "Mehrerträgen" stelle sich das Rathaus vor. Und so wie es aussieht, kann der Kämmerer auch damit kalkulieren. Denn der Finanzausschuss des Stadtrats empfahl die Gebührenerhöhung am Mittwoch mit großer Mehrheit.
Nach Angaben der Kämmerei hat der Stadtrat die Gebühren für den Musikunterricht zuletzt vor 13 Jahren angepasst. Zudem liege die Städtische Musikschule mit ihren rund 450 Schülerinnen und Schülern bei den Gebühren im Vergleich mit anderen Einrichtungen dieser Art gerade beim Gruppenunterricht für drei und mehr Schüler "im unteren Bereich der Gebührenspanne".


Geringere Ermäßigungen

Überarbeitet werden im Zuge der aktuellen Erhöhung auch die Regelungen bei den Ermäßigungen. Die Ermäßigung beim Unterricht für Mitglieder des Jugendmusikkorps werde auf 35 Prozent gesenkt. Allerdings will die Stadt an dem Grundsatz festhalten, dass die Gestaltung der Gebühren die Spielfähigkeit des Jugendmusikkorps nicht beeinträchtigen darf. Darin steckt auch die zarte Andeutung, dass der Unterricht bei Instrumenten, die für das Jugendmusikkorps nicht von Bedeutung sind, preislich nicht ganz so knapp kalkuliert sein könnte.
Wie der Kämmerer ergänzte, sinkt die Ermäßigung für Musikschüler, die mehrere gebührenpflichtige Fächer belegen, ebenfalls um fünf Prozent. Im Rahmen der Familienermäßigung gelte ab dem dritten Kind ein Rabatt von 50 Prozent.
Gruppenunterricht mit vier und mehr Schülern kostet künftig 330 Euro Jahresgebühr, mit drei Schülern 420 Euro und mit zwei Schülern 700 Euro, im Fach Klavier 720 Euro. Einzelunterricht komme bei Einheiten von 30 Minuten auf 900 Euro, bei 45-minütigen Einheiten auf 1350 Euro im Jahr. Im Fach Klavier sind die Abstufungen beim Einzelunterricht 950 Euro und 1350 Euro.
Eine Diskussion um die geplante Erhöhung entwickelte sich im Finanzausschuss nicht. Zehn der elf Räte im Gremium empfahlen dem für die Entscheidung zuständigen Stadtrat die neuen Gebühren zur Annahme. Siegfried Farkas