Was hat das Jahr 2015 für das Biosphärenreservat Rhön gebracht, was steht 2016, immerhin dem Jahr, in dem das Biosphärenreservat sein 25-jähriges Bestehen feiern kann, an wichtigen Ereignissen an. Im Pressedienst des Biosphärenreservats nehmen die Leiter der drei Verwaltungsstellen in Bayern, Hessen und Thüringen, Michael Geier (Bayern), Torsten Raab (Hessen) und Karl-Friedrich Abe (Thüringen) Stellung.

Ein Blick zurück: Nennen Sie uns ein Highlight oder Ereignis des Jahres 2015 im Biosphärenreservat Rhön, das Sie für besonders bemerkenswert halten.
Karl-Friedrich Abe: Da sind aus Thüringer Sicht zwei Ereignisse zu benennen: Zum einen die Eröffnung der Dauerausstellung zum Thema "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Das Grüne Band und die Biosphäre Rhön” im Haus auf der Grenze (Point Alpha) im Beisein der Umweltministerin Anja Siegesmund, und zum anderen die Eröffnung des Besucher- und Erlebniszentrums Arche Rhön in der Erlebniswelt Rhönwald, im Beisein des Ministerpräsidenten und über 3000 Gästen.
Michael Geier: Der Start des Kernzonenumbaus in der bayerischen Rhön. Das sind räumlich sehr umfangreiche Maßnahmen, die trotz spürbarer Einschränkungen gerade für Wanderer im Großen und Ganzen bisher sehr gut über die Bühne gegangen sind. Der Umbau wird uns noch einige Jahre begleiten. Er wird das Bild der Rhöner Wälder deutlich vielfältiger und im wahrsten Sinne des Wortes bunter machen.
Torsten Raab: Sowohl die Feierlichkeiten zum Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren als auch der Weltklimagipfel in Paris waren von besonderer Bedeutung in 2015. Diese beiden Ereignisse sind im Rückblick beziehungsweise für unsere Zukunft auch im Biosphärenreservat nicht zu unterschätzen und gleichzeitig wegweisende Entscheidungen. Inhaltlich waren für die hessische Verwaltungsstelle die Erarbeitung des Life-Antrags "Hessisches Berggrünland" sowie der Machbarkeitsstudie für das Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe von hoher Relevanz und für die Zukunft des Biosphärenreservats wichtige Etappenziele.

Der Blick nach vorn: Was wünschen Sie dem Unesco-Biosphärenreservat Rhön für das Jahr 2016?
Abe: Neue Aufgaben werden zu lösen sein, und dazu ist es wichtig, viele Menschen dazu anzuregen, mitzumachen und mitzugestalten. Ideen zur weiteren Entwicklung unserer Region sind notwendig, wertvoll und sehr willkommen. Bei der Umsetzung von Projekten ist die regionale Wertschöpfung, das meint Vermarktung regionaler Produkte mit kurzen Transportwegen, und Teilhabe vieler Bewohner ein wichtiges Ziel. Das Jahr 2016 steht unter dem Motto "Das ist meine Natur - die Nationalen Naturlandschaften Thüringens 2016”. Es wird intensiv von der Thüringer Tourismus GmbH, dem Umweltministerium und dem Nationalpark, den beiden Biosphärenreservaten und den fünf Naturparken beworben. Ein vielfältiges Programm über das gesamte Jahr mit Exkursionen und einer Großveranstaltung in der Erlebniswelt Rhönwald bei Kaltenwestheim sind in Vorbereitung. Dazu lade ich schon jetzt alle Bewohner und Gäste ein und wünsche uns allen ein wunderschönes Fest. Auch das 25. Jubiläum der Unesco-Anerkennung sowie das deutschlandweite Junior-Ranger-Treffen in Hammelburg, die weitere Arbeit am Rahmenkonzept und die Erweiterung der Pflegezone, werden viel Kraft und die Aktivitäten vieler Menschen benötigen. Auch dazu wünsche ich mir viele Mitgestalter.
Geier: Beim Festakt zur Erweiterung des Biosphärenreservats im November 2014 haben wir angekündigt, dass im Herbst 2016 der Entwurf eines neuen Rahmenkonzeptes vorgestellt werden soll. Es kann nur ein Konzept der Rhöner für die Rhön werden, wenn sich alle Akteure und Interessierten aktiv einbringen. Den jeweils aktuellen Bearbeitungsstand stellen wir im Internet unter der Adresse http://biosphaerenreservat-rhoen.de/wie-ist-der-plan öffentlich. Anregungen können jederzeit bei den Verwaltungsstellen eingebracht werden.
Raab: Neben der Hoffnung auf eine positive Rückmeldung und Genehmigung des Life-Antrags "Hessisches Berggrünland" spielen sowohl die Erarbeitung des neuen Rahmenkonzeptes zusammen mit den lokalen Akteuren und der heimischen Bevölkerung als auch die geplanten Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum des Biosphärenreservats eine wichtige Rolle. Ich wünsche mir für beide Vorhaben eine breite öffentliche Beteiligung und hoffe, dass das Biosphärenreservat damit auch in 2016 positive Impulse für eine nachhaltige Entwicklung der Region geben kann.

Das Gespräch führte
Thomas Pfeuffer