Wäre meine nostalgische Ader nicht derart ausgeprägt, es wäre eng geworden. Vor allem beim Kochen. Seit einer Woche heißt es für mich: plastikfrei durchs Leben gehen. Was erstmal leicht klingt, sieht schon nach dem ersten Blick in die Küchenschränke ganz anders aus. Wie es sich für die moderne Hausfrau gehört, türmen sich dort die feinsten Dinge aus dem verbotenen Kunststoff: Meine Eidgenossen verschließen verantwortungsvoll den Vorrat, das Naschkätzchen wartet schon auf den nächsten Einsatz als Brotzeit-Transporteur, mit meiner geliebten Spätzleria ist schnell ein gutes Abendessen geschabt, und der Staub aus der Puderfee macht sowieso alles besser. Im Laufe der Jahre hat sich - auch dank meiner fürsorglichen Mutter - ein Tupper-Arsenal angesammelt, mit dem ich schon einige Damen neidisch gemacht habe.

Diese Liebe, die marketingtechnisch mindestens ein Leben lang hält, wird nun auf den Prüfstand gestellt. Die Fastenaktion der Redaktion zwingt mich zum Fremdgehen. Nur mit dem Metallseiher, den ich eigentlich aus optischen Gründen meiner Oma stibitzt hatte, überleben die Spaghetti auf meinem Speiseplan. In den kommenden Wochen wird außerdem der Pfannkuchenteig nur noch gerührt - nicht geschüttelt. Und das in der einzigen Metallschüssel, die ich besitze.

Verkrampfter Transport

Der Plasikverzicht hat am Rande für Spannung gesorgt - allerdings von der unschönen Sorte. Ein Geburtstagskartoffelsalat im XXL-Format sollte zum Jubilar geschafft werden. Vor der Fastenzeit kein Problem. Ich bin selbstverständlich stolze Besitzerin der voluminösesten Tupper-Schüssel, die auf dem Markt ist. Letzte Woche musste ich nun auf ein Familienerbstück meiner Schwiegermama ausweichen, was den Transport nicht gerade entkrampft hat.

Eines steht schon jetzt fest: Nach Ostern steigt die nächste Tupperparty.