A uf Industriezucker zu verzichten ist gar nicht mal so gesund, wie es sich anhört! Nachdem ich mich nun bald zwei Wochen lang punktuell durch Kühlschrank und Speisekammer gefuttert und die Produkte mit Zucker sorgfältig auf den Teller meines Freundes sortierte, war mal wieder ein Großeinkauf fällig. Dabei wäre ich an der Kasse statt an einem Zuckerschock fast an einem Preisschock gestorben. Eine Stunde lang habe ich im günstigen Supermarkt um die Ecke die Regale durchsucht, Etiketten studiert, vorschnell in den Einkaufswagen gelegte Produkte wieder zurückgebracht und schließlich entnervt aufgegeben. Die Ausbeute des Einkaufs beim Discounter: überwiegend Obst und Gemüse, also unverarbeitete Produkte. Nicht einmal ein industriezuckerfreies Müsli habe ich bekommen!
Also machte ich mich auf in ein besser sortiertes Geschäft. Die Freude war zunächst groß: zwischen den Standard-Waren voller Zucker lauter leckere Sachen, die entweder gar nicht oder mit Honig gesüßt waren. Nur waren die meisten dieser Produkte entweder bio oder fairtrade. Eigentlich ja eine gute Sache, aber auch entsprechend teuer. Ich erinnere nur noch mal dran: Mein Kühlschrank war leer, ich brauchte mehr als nur eine Packung Bio-Müsli! Dieser Umstand wiederum verursachte bei mir später an der Kasse Schnappatmung, spontane Fluchtgedanken und eine leichte Herzrhythmusschwäche.
Der schwache Trost kam dann zuhause: Nach einem zögerlichen Test und Gedanken à la "Das ist eigentlich alles viel zu teuer gewesen, um es einfach aufzuessen" muss ich doch zugeben, dass Geschmack und Qualität der Waren den hohen Preis doch rechtfertigen konnten.