Traditionell finden im August die Flugtage der Modellfluggruppe Condor am Flughafen im Wiesengrund zwischen Pfersdorf und Rannungen statt. Wie auch in den Vorjahren zogen sie wieder Tausende von Besuchern an.
Ob Oldtimerflugzeuge, Jets, Segelflieger oder Hubschrauber, der Phantasie der Modellflugfreunde sind kaum Grenzen gesetzt. Was einst ein Luxus war und aus Balsaholz oder ähnlich teuren Materialien bestand, ist mittlerweile günstig geworden, wie Vereinsvorstand Sigurd Wiesinger erklärt. Die Modellflugzeuge sind durch die fortschreitende Technik billiger und robuster geworden, bestehen vorwiegend aus Styropor und Plastik oder Schaum. Reparaturen sind leichter zu tätigen, der Modellflugsport erfreut sich zunehmender Beliebtheit.


110 Mitglieder

Allein die Modellfluggruppe Condor, die sich ursprünglich aus einer Sparte des Schweinfurter Aeroclubs entwickelt hat und früher einen Platz in Hambach hatte, zählt 110 Mitglieder. Deutschlandweit gibt es circa eine Million Modellflugbegeisterte, die von originalgetreuen kleinen Anfängermodellen mit Anschaffungskosten von 100 bis 150 Euro, bis hin zu Liebhabermodellen von durchaus schon auch einmal 15 000 Euro, alles durch die Luft bewegen.
Seit Mitte der 80er-Jahre ist die Modellfluggruppe Condor auf dem Platz im Wiesengrund ansässig, beim jährlichen Flugfest fliegen allerdings kaum die Vereinsmitglieder ihre Modelle. Piloten aus ganz Deutschland reisen dazu an und stellen ihre Maschinen, Hubschrauber und manchmal auch fliegende Kuriositäten vor. "Wer extra von weit kommt, möchte auch fliegen", berichtet Vorstand Wiesinger. "Unsere Leute reisen dafür zu ähnlichen Flugschauen im Bundesgebiet und lassen ihre Modelle dort in die Luft steigen."


Ein Hobby

Für die Mitglieder der Modellfluggruppe Condor ist das Fliegen ein Hobby. Ambitionen, an einem der ebenfalls im In- und Ausland stattfindenden Modellflugwettbewerbe teilzunehmen, gibt es kaum. Die Teilnehmer dort fliegen, laut Wiesinger, irre gut. Da müsste man sehr zeitaufwendig trainieren um vorne mit dabei zu sein.
Wiesinger selbst begeistert sich besonders für die Hubschrauberfliegerei, hat fünf Hubschraubermodelle zu Hause stehen. Dazu gesellen sich noch Motorsegler, Elektrokunstflugzeuge und kleine Schaumflieger. Um nicht aus der Übung zu kommen, trainieren die Modellflugfreunde Condor im Winter mit kleinen Hubschraubern, Quadrokoptern oder auch Fliegern in der Turnhalle in Niederwerrn.


Fünfeinhalb Meter Spannweite

Ganz anders sehen größtenteils die Modelle aus, die an den Flugtagen in die Luft gehen. Der größte Motorsegler heuer hatte eine Flügelspannweite von fünfeinhalb Metern. Für die Zuschauer enorm, doch für Modellflugfreunde keine Seltenheit. Die größten Flugzeugmodelle haben eine Spannweite von bis zu elf Metern. Neben den Jets, Hubschraubern und Oldtimer-Flugzeugen begeistern sich die Kinder jedes Jahr besonders für den "Bonbon-Bomber", der über dem Flugfeld Bonbons regnen lässt, die aufgesammelt werden dürfen. Allerdings erst, wenn das Flugzeug wieder am Boden steht, denn Sicherheit wird großgeschrieben.
Ein besonderes Highlight beim Publikum sind die Nachtflüge, bei denen beleuchtete Flugobjekte ihre skurrilen Kreise ziehen. Ganz besonders schwierig zu fliegen sind geschleppte Segelflieger, da dazu, wie in Wirklichkeit, zwei Flugzeuge und damit zwei Piloten benötigt werden. "Die müssen dann miteinander kommunizieren, damit alles gut geht", sagt Wiesinger.


Ungefährlicher Ferienspaß

Am Freitag vor den Flugtagen dürfen die Ferienspaßkinder der Gemeinde Poppenhausen beim Schnuppernachmittag auf dem Flugfeld mit einer zweiten Fernbedienung die Modelle zum Auftakt der Flugtage selbst fliegen. Die Aktion ist meist schnell ausgebucht, Modellfliegen begeistert auch die Kids.
Mit der Fernsteuerung ein Flugzeug zu lenken macht Spaß und ist in diesem Fall für die Kinder ungefährlich, denn die Masterfernbedienung hält der jeweilige Flugobjektbesitzer in der Hand und hat damit direkten Zugriff, wenn mal ein Manöver in die Hose gehen sollte, denn bei einem Crash könnte im Ernstfall nicht nur das Modell zu Bruch gehen, sondern auch ein Mensch verletzt werden. Außerdem üben die Ferienspaßkinder zuvor an einem Flugsimulator das Fliegen, um erst mal etwas Gefühl für die Modelle zu bekommen. Und sie dürfen Wurfgleiter bauen und bemalen.
Kinder und Jugendliche sind auch in der Modellfluggruppe Condor stets als Mitglieder willkommen. Der Nachwuchs kann dort unter Anleitung erfahrener Piloten die verschiedensten Modelle fliegen und wird von Fachleuten technisch und rechtlich begleitet. Schon so mancher Heranwachsende ist so zum Modellflugfreak geworden.