Christian Füller wird neuer Chefredakteur der Wochenzeitung Freitag. Der 53-Jährige übernimmt nach eigenen Angaben der Zeitung am 15. März die Leitung der Redaktion von Jakob Augstein. Dieser bleibe aber Freitag-Verleger und Geschäftsführer.

Der Journalist und Buchautor Christian Füller hatte zuvor unter anderem für die Tageszeitung taz, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Spiegel Online gearbeitet. Er ist darüber hinaus langjähriger Mitarbeiter des Freitag. Füller ist 1963 in München geboren und lebt mit seiner Familie in Berlin. Er hat enge Verbindungen nach Bad Kissingen. In der Kurstadt ging er zur Schule und machte Abitur. Als freier Mitarbeiter der Kissinger Lokalredaktion der Main-Post erwarb er sich vor Jahrzehnten vor Ort erste Erfahrungen im Journalismus.


Kritik am Schulsystem

Füller ist unter anderem als Autor und Co-Autor mehrerer Bücher in Erscheinung getreten. Mit dem Buch "Schlaue Kinder, schlechte Schulen" kritisierte er das deutsche Schulsystem. Die aus seiner Sicht fünf besten Schulen Deutschlands porträtierte er in "Die Gute Schule: Wo unsere Kinder gerne lernen". Mit dem Buch "Sündenfall: Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte" thematisierte Füller die Fälle von Missbrauch an der renommierten Odenwaldschule. Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen war Thema seines Buches "Die Revolution missbraucht ihre Kinder". Der Freitag erscheint seit November 1990. Die überregionale Wochenzeitung gilt von der politischen Ausrichtung her als links bis linksliberal. Die verkaufte Auflage betrug laut IVW im vierten Quartal 2016 wöchentlich 21 597 Exemplare.

Herausgeber des Freitag, der sich im Untertitel selbst als das Meinungsmedium bezeichnet, ist der Publizist und frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer. Die Printausgabe der Wochenzeitung erscheint donnerstags, Erscheinungsort ist Berlin. Jakob Augstein hat den Verlag 2008 übernommen, die nun abgegebene Aufgabe des Chefredakteurs übernahm er 2013 zusätzlich. Siegfried Farkas