Ein bisschen überraschend kommt die Nachricht schon: In Bad Kissingen ist offensichtlich das Interesse am Bauen im vergangenen Jahr gesunken. Dabei gilt auch in der Kurstadt, dass die Bedingungen fürs Investieren in Betongold angesichts niedriger Zinsen und guter wirtschaftlicher Aussichten schon lange nicht mehr so günstig waren.


189 Anträge

Deutlich wird der Rückgang beim Blick auf eine einfache Statistik der städtischen Bauabteilung. Die hat für den Stadtrat jüngst aufgelistet, wie viele Bauanträge die Stadt zuletzt beschäftigten. Und siehe da: Die Zahl für 2016 liegt ein Stückchen unter der für 2015.
Mit 189 Anträgen gibt das städtische Bauamt die Gesamtzahl der Anträge für das abgelaufene Jahr an. Das sind knapp zehn Prozent weniger als im Jahr davor. Damals waren laut Statistik 208 Anträge eingereicht worden. Gesunken, nämlich von 120 auf 101, ist im Vergleich der beiden Jahre nicht nur die Zahl der Baugesuche selbst. Wie das Bauamt berichtet, verringerte sich der Wert, wenn auch nicht erheblich, auch bei den Bauvoranfragen. Sogar bei den Tekturen, also den Änderungsanträgen für bereits genehmigte Projekte, verzeichnete das Bauamt einen Rückgang von 25 auf 20.
Ob ein Antrag genehmigt wird, hängt vor allem davon ab, wie weit und wie leicht er mit den Regeln der Bayerischen Bauordnung sowie mit den Vorgaben, die die Kommune in ihren Bebauungsplänen formuliert hat, in Einklang zu bringen ist. Dass die Baugesuche genehmigt werden, ist in Bad Kissingen aber die Regel. Auch das belegen Zahlen. 138 Anträge sind 2016 in Bad Kissingen genehmigt worden, ist den Angaben der Stadt zu entnehmen. Gut die Hälfte davon betraf Baugesuche. Beim Rest ging es um Werbeanlagen, Anträge auf Abbruch und um Bauvoranfragen. Definitiv abgelehnt habe die Stadt 2016 nur einen Antrag, ist der Liste zu entnehmen. Zehn Anträge seien allerdings zurückgenommen und fünf verfahrensfreie Anträge zurückgegeben worden. Im Jahr davor wurden nach Angaben der Stadt drei Anträge abgelehnt. Bei einem Teil der Projekte ist allerdings die Bearbeitung noch nicht abgeschlossen.
Die allermeisten Anliegen von Bürgern rund ums Bauen konnte die Bauverwaltung direkt erledigen. Der Bauausschuss des Stadtrats war im vergangenen Jahr lediglich mit 24 Anträgen, also etwa jedem achten, befasst. An dieser Zahl hat sich im vergleich der beiden Jahre nichts geändert. Schon 2015 hatten 24 Anträge durch den Bauausschuss gemusst, weil etwa Abweichungen oder Befreiungen von Vorgaben zur Debatte standen.