Der Sitzungssaal im Landratsamt ist noch bis Dezember wegen der Umbauarbeiten nicht nutzbar. Der Kreisverband des bayerischen Gemeindetags ist deshalb für seine Versammlung am Freitag in den Konferenzraum der Saale-Zeitung ausgewichen.

Neben einer Aussprache über aktuelle Angelegenheiten wurde die Gelegenheit für einen Austausch mit der Redaktion genutzt. "Die Kommunen und die lokale Presse sind aufeinander angewiesen", betonte der Kreisvorsitzende und Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth (Freie Wähler). Eine sachliche Zusammenarbeit sei für beide Seiten wichtig - für die Gemeinden, um die Bürger zu erreichen, und für die Zeitung, weil sie auf Informationen angewiesen ist.


Anforderungen an die Rathäuser

Redaktionsleiter Paul Ziegler erläuterte den anwesenden Bürgermeistern den Aufbau und die Arbeitsweise der Saale-Zeitung, angefangen vom Verbreitungsgebiet über die Aufgaben von Blattmachern, Reportern und freien Mitarbeitern bis zum Internetportal infranken.de.

"Die Kommunen und wir als Zeitung haben viele Anknüpfungspunkte", sagte Ziegler. Etwa im Onlinebereich. Für Zeitungen ist es in Zeiten sinkender Printauflagen notwendig, sich im Onlinejournalismus weiterzuentwickeln, das eigene Nachrichtenportal auszubauen, E-Paper-Ausgaben und Apps für mobile Geräte anzubieten.

Auch die Kommunen stehen vor der Frage, welche Informationen und wie aktuell sie für die Bürger im Internet bereithalten wollen. Es gehe aber auch um den Servicegedanken für die Bürger und Zeitungsleser. Die Kommunen könnten hier beispielsweise von der Verfügbarkeit der Gemeindeseiten auf "infranken.de" profitieren.

Der Redaktionsleiter ging zudem auf Anforderungen ein, die die Zeitung an Auskünfte aus den Rathäusern stellt. Verbesserungsbedarf gebe es etwa bei manchen der 26 Landkreiskommunen bei schriftlichen Anfragen. In der Vergangenheit kam es hin und wieder vor, dass Anfragen nicht zeitnah oder gar nicht beantwortet wurden.


Themen aus der Kreisverbandssitzung des Bayerischen Gemeindetags

Wasserzähler Laut Kreisvorsitzendem Gotthard Schlereth (Freie Wähler) beschäftigen datenschutzrechtliche Probleme beim Austausch von Wasserzählern die Gemeinden. In Oberelsbach im Landkreis Rhön-Grabfeld liegen deshalb Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Bürgermeisterin Birgit Erb (CSU) vor. Burkardroths Bürgermeister Waldemar Bug (öpd) berichtet ebenfalls von Schwierigkeiten. "Wir haben den Wechsel jetzt gestoppt", sagt er. Laut Schlereth werde der Freistaat bis November eine Empfehlung für die Kommunen herausgeben.

Bodenschutzgesetz Einen längeren Austausch gab es hinsichtlich der Lagerung und Wiedereinfüllung von gering belastetem Erdaushub. "Das beschäftigt uns, weil es die Kosten bei Baumaßnahmen nach oben treibt", sagt Schlereth. Ärgerlich für die Kommunen sind Belastungen, die nicht von Verschmutzungen herführen, sondern natürlich im Boden vorkommen und die die gesetzlichen Grenzwerte knapp überschreiten. "Der Boden ist ja nicht besser oder schlechter, als der nebenan. Trotzdem müssen wir damit die Deponie in Wirmsthal unnötig auffüllen", kritisiert Euerdorfs Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU). Peter Hart (CSU), Bürgermeister von Fuchsstadt, forderte Lösungen zu schaffen, die eine ortsnahe Wiederverwertung erlauben.

Asyl Der Bayerische Gemeindetag kritisiert die Regelung des Freistaats, den Kommunen über die Landratsämter anerkannte Flüchtlinge zuzuweisen, wenn diese am freien Wohnungsmarkt keine Wohnung finden. "Damit ist der Gemeindetag nicht einverstanden", berichtete Schlereth. Grundsätzlich sind die Kommunen für die Unterbringung von Obdachlosen zuständig.

Südlink Jochen Vogel (CSU), Bürgermeister von Motten und Vorsitzender der Initiative Rhönlink, appellierte an die Bürgermeister, sich im Vorfeld der Südlink-Infoveranstaltung am 27. Oktober, Infos von möglichen betroffenen Anwohnern einzuholen.