Ein geplantes Gewerbegebiet bei Langendorf sorgte für wahre Zuhörermassen in der Sitzung des Gemeinderats. Rund 40 Bürger aus Langendorf und Machtilshausen waren Gäste im Sitzungssaal bei der Diskussion über das Projekt, das in nichtöffentlicher Sitzung vorberaten wurde.
Die Planungsvorstellung durch Matthias Cordes von der Bayreuther Firmengruppe Krause hatte für einige Bürger offensichtlich etwas von einem Déjà vu-Erlebnis an sich. War da nicht schon mal was? Manch einer erinnerte sich an das einst von Hans Schneider vorgeschlagene "Fränkische Dorf an der Autobahn" oder an den Vorschlag, einen Autohof im Umfeld Langendorfs zu eröffnen.

Kreisel geplant

Was Projektentwickler Krause plant, unterscheidet sich von den beiden genannten Objekten. Cordes definierte klar: Hier soll auf 12 000 Quadratmeter ein Lebensmittelmarkt, ein Vollsortimenter mit Bäckerei, und eine Pkw/ Lkw-Tankstelle etabliert werden - wohlgemerkt eine Tankstelle ohne Lkw-Stellplätze. Im Zuge des Projekts entsteht ein Kreisverkehr an der Einmündung der Kreisstraße 37 in die Bundesstraße 287, der die Einfahrt in das Gewerbegebiet erschließt und als Verkehrsverteiler wirken soll.
Der Planer wurde nach eigenen Worten bei einer Rundfahrt auf die Fläche aufmerksam und habe von dem Wunsch nach einer Tankstelle und einem Nahversorger gehört. Doch wolle er "alles tun um nach den üblichen Geschäftszeiten Belästigungen der umliegenden Dörfer und ihrer Bewohner fern zu halten". Auf Anfrage von Vize-Bürgermeister Jürgen Englert entstehen hier etwa 30 Arbeitsplätze. Ein Fastfood-Lokal ist nicht vorgesehen, beantwortete Cordes die Frage von Alfons Hausmann, der in der Planung auch die Chance für eine günstige Erschließung eines Gewerbegebiets sah.
Volker Partsch erkannte keinen Bedarf an einem Vollsortimenter, der womöglich eine lange Bindung eingeht. Den von ihm gebrauchten Begriff "Autohof", wollte Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD/ FW) allerdings nicht gelten lassen. Bernd Büttner befürchtete ein höheres Aufkommen an Lkw, deren Fahrer durch preisgünstigen Treibstoff angelockt werden. Cordes betonte, dass es beim Tanken bleibe und das Abstellen von Lastern verhindert werde. "Was Handwerksansiedlungen angeht, muss die Gemeinde entscheiden", fügte er hinzu.

Keine Lkw-Parkplätze

Der Ratsbeschluss, keinen Autohof und keine Lkw-Parkplätze zu installieren, fiel einmütig. Keine Auskunft gab der Bürgermeister über die Höhe der Gewerbesteuer, die Partsch anfragte. Der Langendorfer vermutete zudem eine Wettbewerbsverlagerung durch das Projekt zu Ungunsten des Dorfes. Jürgen Englert warnte davor, "die Dinge schlecht zu reden". Nach seiner Meinung kämen Autobahnreisende nur selten nach Langendorf. Ein Nahversorger könnte dies ändern. Vor seiner Abfahrt musste sich der Projektentwickler im Schlosshof noch eine Reihe von "Argumenten" gegen seine Planung anhören. Das Thema wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Zündstoff in der Langendorfer Bürgerversammlung am 4. März im Vereinsheim sorgen.