Unter dem Titel "Holz und seine Schönheit" zeigt Eduard Endres derzeit im Fischerhaus kunsthandwerkliche Arbeiten aus Holz. Die zu sehenden Intarsien- und Drechselarbeiten, Schnitzereien und Fundstück-Skulpturen hat der 79-jährige Wombacher Schreinermeister im Laufe der vergangenen fünfeinhalb Jahrzehnte geschaffen.
Bei der Ausstellungseröffnung am Montagnachmittag berichtete Kulturamtsleiter Peter Häring vor rund 40 Besuchern, dass die Idee für die Ausstellung im Fischerhaus bei einem Besuch in Endres' Werkstatt entstanden sei. Dessen Vorgehensweise beschrieb Häring kurz und treffend so: Erst die Schönheit des Holzes entdecken, dann das Holz mit nach Hause nehmen und es dort bearbeiten. Wenn er im Wald sei, nehme er "halt immer ein Stück mit", sagte er lachend. Holz sei von der Natur geschenkte Schönheit - aber man müsse diese auch erkennen.


Über Umwege

In seinen Intarsienbildern zeigt Endres vorwiegend Menschen, aber auch eine Taube und eine Landschaft sind dabei. Teilweise handelt es sich bei den Einlegearbeiten auch um Muster, beispielsweise, als Deckel für ein Holzkästchen. Dazu gesellen sich Drechselarbeiten aus den unterschiedlichsten Holzarten s, und bei seinen Schnitzereien - Krippenfiguren und Wildschweine - hat Endres vorgefertigten Rohlingen den letzten Schliff gegeben.
Zum Holz kam der gebürtige Wombacher Eduard Endres erst über Umwege. 1950 begann er im Alter von 13 Jahren in Lohr eine Metzgerlehre, die er jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Ab September 1951 machte er dann eine Lehre als Möbelschreiner bei Georg Ullrich in Wombach.

Von 1955 bis 1959 arbeitete er in Schreinereien in Sackenbach, Rechtenbach, Offenbach und Engen. 1960 besuchte er die Kerschensteiner Gewerbeschule, eine Meisterschule für das Schreinerhandwerk, 1961 legte er seine Meisterprüfung ab. Anschließend arbeitete er als Schreinermeister in Birkenfeld und Tübingen.

Von 1963 bis 1968 kehrte er zu seinem Ausbildungsbetrieb nach Wombach zurück, danach war er bis 1980 als Schreinermeister bei der Firma Kaspar und Josef Schneider in Stetten beschäftigt. Nebenberuflich hatte er von 1965 bis 2009 einen eigenen Schreinereibetrieb. Endres ist seit 1966 verheiratet und hat drei Kinder.

Die Ausstellung ist zu sehen bis einschließlich 4. Juni. Sie ist geöffnet mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uh sowie am Sonntag von 11 bis 14 Uhr. Wolfgang Dehm