Hendrik Lohse, seit 1. Januar neuer Jugendreferent im Dekanat Lohr, wurde in der Evangelischen Auferstehungskirche offiziell in sein Amt eingeführt. Dekan Till Roth und Dekanatsjugendpfarrer Thomas Braun zelebrierten gemeinsam den Gottesdienst, bei dem neben den Gemeindemitgliedern und Mitarbeitern aus Lohr auch Mitglieder aus dem ganzen Dekanat teilnahmen.
Das Dekanat Lohr erstreckt sich mit 18 500 Gemeindemitgliedern in 22 Kirchengemeinden über die Landkreise Main-Spessart und Bad Kissingen. Lohses Vorgänger Wolfgang Kenner, der die Jugendarbeit im Dekanat 35 Jahre geleistet hatte, war Ende 2016 in den Ruhestand verabschiedet worden.
Die Jugendarbeit ist hier ein wichtiger Bestandteil der christlichen Aufgaben. "Dabei ist es wichtig, auf die Jugendlichen zuzugehen, sie in ihrer Lebenswelt abzuholen und gemeinsame Wege zu suchen", so Lohse, ausgebildeter Gemeinde- und Sozialpädagoge, über seine Pläne in seinem neuen Amt. "Wichtig ist es", so der 36-Jährige weiter, "eine Geh-Struktur statt einer Komm-Struktur zu schaffen und dabei die Visionen der Kinder und Jugendlichen zu erfragen, einzubeziehen und zu fördern."
In seiner, mit Ausdrücken aus der Jugendsprache geprägten Predigt nahm Lohse Bezug auf den Bibeltext vom "Brennenden Dornbusch", der von der entscheidenden Gottes- und Berufungserfahrung Moses erzählt. Von Gottes "echt krassem" Auftrag für Moses spannte er hierbei den Bogen zu seiner eigenen Berufung und dem Wunsch, bei der Begegnung mit "Gottes Bodenpersonal" junge Menschen ermutigen zu können, Glauben zu leben und erlebbar zu machen.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Band der Evangelischen Jugend, die Lohse mit Gitarre und Gesang begleitete. Beim anschließenden Empfang begrüßte Bürgermeister Mario Paul den neuen Jugendreferenten im Namen der Stadt Lohr. "Es ist wichtig, sich für die Belange junger Menschen einzusetzen und vielfältige Anlaufpunkte zu schaffen", wies Paul auf das Angebot der möglichen Vernetzungsarbeit mit der Stadt hin.


Wertvolle Netzwerkarbeit

Sabine Sitter, stellvertretende Landrätin, betonte ebenfalls die wertvolle Netzwerkarbeit innerhalb der Institutionen und die Schnittstellen zur kommunalen Jugendarbeit. Mit ihrem Dank an das Dekanat für die wertvolle, "bücher-füllende" Jugendarbeit übergab Sitter an Lohse symbolisch ein leeres Buch als Willkommensgeschenk - mit der Bitte, dieses während seiner neuen Tätigkeit mit vielen Anekdoten, Predigten und Geschichten zu füllen.
Weitere Grußworte sprachen Dekanatsjugendreferent Frank Grohmann, Michael Götz vom Christlichen Verein Junger Menschen und Volker Wiskamp, Kirchenvorstand der Thomasgemeinde Darmstadt.
Eine Abordnung der Evangelischen Dekanatsjugend hatte sich einen besonderen Willkommensgruß überlegt: Mit Anspielung auf die geplanten Jugendfreizeiten schenkten sie Lohse eine Küchenschürze mit dem Aufdruck ihres Logos. Damit ausgestattet, bekam Lohse, "der sich die Suppe schließlich selbst eingebrockt hat", die Aufgabe, aus einer Buchstabensuppe die Silben der Bezirke seines neuen Wirkungskreises zu fischen und richtig zusammensetzen - was er mit Bravour meisterte.
Lohse, geboren in Meraane bei Zwickau und aufgewachsen in Reinholdshain bei Dresden, war bis 2009 in der kirchlichen Jugendarbeit in Nordringgau bei Eschwege tätig. Von 2009 bis 2016 arbeitete er als Referent beim Evangelischen Jugendwerk Darmstadt und wurde 2010 als Diakon in die Gemeinschaft der Moritzburger Diakone und Diakoninnen eingesegnet.
Seit 1. Januar 2017 ist Lohse als Jugendreferent im Dekanat Lohr eingesetzt. Seine Aufgaben umfassen die Geschäftsführung der evangelischen Dekanatsjugend, die Organisation von Jugendfreizeiten und die Vernetzungsarbeit kirchlicher und nicht-kirchlicher Arbeitskreise.
Er gilt zudem als Ansprechpartner für diverse Projekte. "Wenn wir lernen, einander zuzuhören können wir es schaffen, nicht nur begrenzte Gedanken zu leben, sondern auch aus der Alltagsstruktur auszubrechen. Und das Wunder des Glaubens gemeinsam zu erfahren." imh



Zur Info:
Das evang.-luth. Dekanat Lohr am Main erstreckt sich von Wildflecken und Bad Brückenauim Norden bis Marktheidenfeld und Lohr im Süden. Es berührt die hessische Grenze im Norden und die baden-würtembergische im Süden. Dem Dekanat gehören 19 000 evangelische Christen an, die in 22 Kirchengemeinden leben.