Eigentlich könnte er schon jetzt beginnen, vorbereitet ist alles. Doch etwas Geduld ist noch vonnöten, denn erst in knapp fünf Wochen, nämlich am 17. Dezember, startet der 17. Kissinger Winterzauber.
Das Eröffnungskonzert wird gleich ein Paukenschlag, was nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern lediglich als Hinweis auf den Verlauf des Kartenvorverkaufs. Über 70 Prozent der Plätze im Regentenbau sind bereits vergeben. Das entspricht weit über 600 Karten. Verständlich, dass Kurdirektor Frank Oette und Veranstaltungsleiter Bruno Heynen zufriedene Gesichter machen.


Weihnachtslieder zum Auftakt

"Vielleicht liegt es daran, dass wir mit einer Tradition gebrochen haben", spekuliert Oette. Bisher war die Eröffnung klassisch, in diesem Jahr heißt das Zugpferd Viva Voce. Die A-Capella-Band tritt zusammen mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg auf und präsentiert Weihnachtslieder - einmal ganz anders. "Wir sind gespannt, wie es ankommt", meint Heynen, der die Idee dazu hatte.
Das heißt natürlich nicht, so Oette, dass alle bisherigen Traditionen über Bord geworfen werden. Es bleibt die Klassik beim Neujahrskonzert, wie gewohnt mit den Berliner Symphonikern, zum Abschluss dirigiert wie gewohnt Gerd Schaller klassische Werke.
Während Kammermusik aus dem Programm genommen wurde, bleiben Matinee classique mit jungen regionalen Künstlern aus der Musikschule Bad Kissingen, das Weihnachtsballett und die Orgelmusik mit den kirchlichen Partnern.


Mehr Crossover

Das Neue im Konzept sind die modernen Unterhaltungskonzerte. Crossover sei angesagt, so Oette. Die Vielschichtigkeit im Programm soll ein breites Publikum anziehen, natürlich auch die Jüngeren.
Dass dieses Konzept aufgeht, lässt sich an den vier letzten Winterfestivals verfolgen, seitdem Bruno Heynen die Fäden zieht. Er übernahm diesen Part in einer schwierigen Situation: Die Veranstaltungsleiterin Jutta Dieing ging, ebenso Kurdirektor Gunter Sauer. Die schwierige Phase, so Heynen, gehe langsam vorbei. Nun wagt er auch, solche Ideen wie das Eröffnungskonzert umzusetzen - mit Einverständnis der Geschäftsleitung. "Das braucht Vertrauen", sind sich Oette und Heynen einig.
Insgesamt zeigten sich Kurdirektor und Veranstaltungsleiter mit dem Kartenvorverkauf zufrieden. "Der Start war heuer noch stärker als letztes Jahr", bemerkt Oette. Aber inzwischen pendelt es sich ein. Das Ziel sei natürlich das gute Ergebnis vom letzten Winterzauber, als insgesamt 11 000 Karten verkauft wurden. Mehr wäre natürlich noch besser. Gut nachgefragt wurde bereits Harfe meets Pop und die Ukulelen. Genügend Karten gibt es unter anderem noch für Nosferatu, Edith Piaf, Peer Gynt, Wildes Holz.
Ein eigenes Motto habe der diesjährige Winterzauber nicht, verneint der Kurdirektor. Letztes Jahr hieß es: Mutig sein. Erfolgreich werden. "Mutig sind wir auch diesmal", kommentiert Frank Oette. Die Resonanz von unterschiedlichen Personengruppen und Stammgästen zeigt ihm: "Wir sind auf dem richtigen Weg."


Kartenkauf vermehrt per Internet

Rasante Entwicklungen gebe es auch auf dem Gebiet des Marketing. Zum Schalter gehen und Karte kaufen gebe es zwar weiterhin, aber der Trend gehe eindeutig Richtung Internet einschließlich Facebook und anderer Medien, sagt Heynen. In fünf, sechs Jahren werde es schon ganz anders ablaufen.