Müssen Fans des FC Bayern München beim Café Kaiser in der Kissinger Fußgängerzone 50 Cent Aufschlag zahlen? Ein Facebook-Post der Parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär lässt dies zumindest vermuten. Zu sehen sind zwei Quittungen: auf der einen ein Cappuccino für 2,40 Euro plus 50 Cent FC Bayern-Aufschlag. Die andere Quittung für einen "Glubb-Fan" ohne Mehrkosten.


Ein gelungener Scherz

"Das waren keine echten Rechnungen, sondern ein Scherz", klärt Nicolas Borst auf. Der Pächter des Cafés wundert sich, was für ein Trubel dieser Scherz schon ausgelöst hat. Bärs Foto wurde bis Dienstagnachmittag schon über 40 Mal auf Facebook und über 30 Mal auf Twitter geteilt. "Heute kamen schon Einige ins Café, die plötzlich Club-Fans sind", sagt Borst und fügt an: "Plötzlich ist ganz Bad Kissingen Nürnberg-Fan!"

Angefangen hat alles mit einem Facebook-Post des Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (Premich). Dieser hatte im Mai sein Profilbild in dem sozialen Netzwerk geändert und ein "Mia san mia" hinzugefügt. Borst, dessen Café Kirchner oft besucht, hatte darauf scherzhaft kommentiert, dass Bayern-Fans in Zukunft mehr zahlen müssten. Social-Media-Fan Bär griff die Vorlage als bekennender Bayern-Fan auf und kommentierte, dass auch sie dann in Zukunft wohl mehr zahlen müsse. "Am Montag waren sie zusammen mit Landrat Thomas Bold hier. Da habe ich ihnen dann die beiden Rechnungen präsentiert", sagt Borst. "Ich habe sie dann gefragt, ob sie nicht vielleicht doch Club-Fan werden wollen. Sie haben gelacht."

Dass Bärs Foto so einschlägt, damit hatte Borst nicht gerechnet und wundert sich über einige Facebook-Nutzer. Diese hatten kritisch kommentiert, dass so eine Rechnung sicherlich rechtlich nicht haltbar sei. "Bei uns werden selbstverständlich alle gleich behandelt, egal ob Club- oder Bayern-Fan", versichert Borst. Der 29-Jährige bleibt jedenfalls weiterhin "ein absoluter Glubberer". Und Dorothee Bär bekommt ihren Cappuccino auch in Zukunft ohne Aufschlag.