So groß die Hilfsbereitschaft bei der Ausrichtung des Jubiläumsjahres 1300 Jahre Hammelburg, so klein das Interesse bei der Bürgerversammlung in der Kernstadt. 30 Anwesende wollten sich in der Markthalle aus erster Hand über den aktuellen Stand der Stadtpolitik informieren.

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) schwärmte unter Aufzählungen der vielen Veranstaltungen mit zuletzt 2000 Besuchern bei den Kirchenmusiktagen von einem einzigartigen Jahr. "Das war identitäts- und gemeinschaftsstiftend", sagte das Stadtoberhaupt. "Es wird sich auswirken", prognostiziert er. Diesen Optimismus macht er auch an der Nachfrage bei den Stadtführungen fest. Gab es in den Vorjahren jeweils bis zu 100 Führungen, so sind es in diesem Jahr 183. Unter dem Strich könnten es bis zu 250 werden.


Oft rasch nach außerhalb

"Allerdings fehlt es etwas an der Wertschöpfung", bedauert Stadtführer Reiner Stein. Mangels Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit für große Gruppen fahren die Gäste oft rasch wieder nach außerhalb. "Wir konzentrieren uns eher auf die Tagesgäste", gestand Bürgermeister Armin Warmuth. Es gebe engagierte Gastronomen, aber vielleicht tue sich noch mal etwas, schob er nach.

Im Zusammenhang mit dem abgerissenen Flüchtlingsstrom und dem Dank an die ehrenamtlichen Helfer erwähnte er die Möglichkeit, dass das Gasthaus "Zum Hirschen" am Marktplatz von der Notunterkunft wieder zu einem zentralen Gastronomiebetrieb wird. Durch die Aufnahme von Flüchtlingen konnte der Bevölkerungsrückgang gestoppt werden. Von Ende 2014 bis Ende 2015 stieg die Zahl der Einwohner um 23 auf 5835. Allerdings ist man jetzt auf der Suche nach Wohnungen für Neubürger. Auch baulich hat die Stadt an vielen Ecken dazu gewonnen. Wünschenswert für den sanierten Viehmarkt sei ein Gastronomiebetrieb. Zudem denke man über die monatliche Ausrichtung eines Konzertes nach. Eingespielt habe sich nach vielen Jahren die Arbeit mit dem Sanierungsbeirat. Dies sei der Einführung einer rechtsverbindlichen Gestaltungssatzung für die Altstadt zu verdanken. Warmuth ruft dazu auf, Bauvorhaben in der Altstadt rechtzeitig zu melden.

Beneidet werde die Stadt um den Zustand ihrer Schulen. Seit 2001 hat die Stadt dafür zehn Millionen Euro investiert. Am 24. November werden runderneuerte Halle und Pausenhof der Mittelschule eingeweiht.

Zur Schaffung eines barrierefreien Rathauses gibt es noch Diskussionen mit dem Denkmalschutz. Angepeilt ist die Umgestaltung der Bahnhofstraße und des Bleichrasens. Die Sanierung der alten Volksschule stehe deshalb nicht ganz oben an, warb Warmuth um Verständnis. Für wünschenswert hält er einen Förderverein für die Klosterkirche.

Sorge bereitet der Stadtverwaltung die Personalsituation im Altenheim Bürgerspital. Es sei nicht einfach, Mitarbeiter zu finden. Sich als Stadt zusätzlich beim betreuten Wohnen zu engagieren, müsse man sich genau überlegen, sagte der Bürgermeister. Es gebe weiter Gedanken der Von-Hess-Stiftung, das ehemalige Schwesternwohnheim am Ofenthaler Weg dafür umzubauen.


Ins Stocken geraten

Ins Stocken geraten sind offenbar Überlegungen eines Investors, an der Fuldaer Straße einen Block für betreutes Wohnen zu errichten. Möglicherweise finde sich dafür kein Betreiber. Wolfgang Dünnebier