71 Anwohner von Ried- und Oberweg sowie Berg-, Egerland- und Schlesierstraße trafen sich zu einer Besprechung über die geplante Ortsumgehung im Sportheim. Der nächste wichtige Schritt folgt am Donnerstag, 6. Juni, wenn das Staatliche Bauamt Schweinfurt in der Mehrzweckhalle Nüdlingen die Umweltverträglichkeitsprüfung der möglichen Trassen vorstellt. Zur Diskussion stehen eine Nord- und eine Südumgehung, aber auch eine so genannte Nulllösung.

Altbürgermeister Günter Kiesel dankte den Mitstreitern für die sachlichen Argumente bei der Eingabe zur Anhörung beim Bauamt gegen die Südumgehung. Die Versammlung beschloss einstimmig, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung der jeweiligen Trassenführungen abgewartet werden soll. Sollte die Südumgehung favorisiert werden, die die Natur im Riedgrund zerstört, würde eine offizielle Bürgerinitiative auf rechtlicher Grundlage gegründet und juristischer Beistand eingeholt. Die anwesenden Bürger schrieben sich bereits in eine Unterstützerliste ein.

Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) stellte für Nüdlingen die höchste Verkehrsbelastung von allen Gemeinden im Landkreis fest. Die B 287 führe mitten durch den Ort. Seit Jahrzehnten habe die Gemeinde bei der jeweiligen Neuauflage des Bundesverkehrswegeplanes, der alle 15 Jahre neu festgestellt wird, die Ortsumgehung beantragt. Zuletzt im Jahr 2012.

Seit dem Bau der A 71 sei der Verkehr weiter gewachsen. Das statistische Bundesamt rechne mit einer Zunahme des Verkehrs um weitere 30 Prozent im ländlichen Raum. Am 16. März 2016 sei die Ortsumgehung im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen worden, am 2. Dezember 2016 stimmte der Deutsche Bundestag zu. Somit erlangte der Plan Rechtskraft.

"Der angekündigte Ausbau der Serpentinen durch das Staatliche Bauamt hat nichts mit der Ortsumgehung zu tun", betonte Hofmann. Volker Süßmeyer fragte, warum die Gemeinde keinen Antrag zur Verkehrsentlastung beim Staatlichen Bauamt gestellt und ein Verbot des Schwerlastverkehrs gefordert habe. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es dafür keine rechtliche Möglichkeit gebe, außerdem wolle er eine Ortsumgehung. Um den Lärm für die Anwohner erträglicher zu machen seien die Kanaldeckel gerichtet worden.

Heinz Nicolei warf dem Bürgermeister vor, dass er nichts für die Verkehrsentlastung unternommen habe. Dr. Klaus Rimpel forderte vom Gemeinderat, sich um die weitere Entwicklung und Zukunft der Gemeinde Gedanken und Vorschläge zur Ortsumgehung zu machen. Dr. Bernd Hein forderte vom Gemeinderat eine Entscheidung über die Trassenführung, die dem Bürger mitgeteilt werde. Auch der Gemeinderat müsse eine Meinung haben, bevor die Bürger im Oktober gefragt werden. Georg Troppmann schlug vor, festzustellen wie viele Bürger von einer Ortsumgehung betroffen sind. Am Schluss der regen Diskussion waren die Teilnehmer einstimmig der Meinung, dass erst die Info-Versammlung des Staatlichen Bauamtes abgewarten werden soll, bevor weitere Schritte unternommen werden.