Nach wie vor steht das Palais Erthal leer. Und daran dürfte sich wohl erst einmal nichts ändern. Zwar würde die Stadt als Eigentümer das denkmalgeschützte Gebäude liebend gerne verpachten und sogar verkaufen, doch ein Interessent ist derzeit nicht in Sicht.

Das mag auch mit daran liegen, dass die Stadt das Palais Erthal nur zweckgebunden vermieten oder verkaufen will. Der Stadtrat mächte an dieser exponierten Stelle am Theaterplatz und nahe der Innenstadt keine Wohnnutzung sondern wir bisher einen gastronomischen Betrieb. So, wie es in den die vergangenen Jahren war. Der letzte Pächter, die Familie Borst, hatte das Gebäude am Theaterplatz als Café betrieben. Doch zu Beginn des Jahres 2012 hatten die Borsts nach 16 Jahren beschlossen, sich aus dem Palais zurückzuziehen.

Ursprünglich hatte die Stadt nur daran gedacht, das Palais Erthal wieder zu verpachten, doch ein passender Mietinteressent fand sich nicht. Allerdings war im vergangenen Jahr ein Kaufinteressent aufgetaucht, so dass das Palais Erthal auch zum Verkauf ausgeschrieben wurde.


Verkaufsversuch scheiterte

Die Verhandlungen mit dem ersten und bisher einzigen Kaufinteressenten führten jedoch ins Leere. Die Geister schieden sich vor allem am Preis. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) machte Anfang 2012 - noch während der laufenden Verhandlungen - klar, dass die Stadt nichts zu verschenken habe. Verkaufe die Stadt zu billig, könne das sogar als rechtswidrige Subvention aufgefasst werden.

Derzeit wird das Palais Erthal im Internet-Auftritt der Stadt angeboten, auch Wirtschaftsförderer Michael Wieden hat das Anwesen auf dem Schirm. "Mit Anzeigen sind wir nicht aktiv auf dem Markt", sagt Hack Doch es werde darüber nachgedacht, das Palais Erthal erneut überregional auszuschreiben, eventuell auch in Fachpublikationen für die Gastronomie. Das sei allerdings noch nicht spruchreif.

Nach wie vor sei es der Stadt wichtig, das Gebäude "qualitätvoll loszubringen", so Hack weiter. Das heißt, die Stadt setzt weiter auf gastronomische Nutzung. Dies würde im Falle eines Verkaufs notariell festgelegt.
Der Stadt ist bekannt, dass das Palais Erthal keinen Backofen besitzt, die Familie Borst hat ihre Waren außerhalb hergestellt. Dass die Stadt hier investiert, ist laut Hack vorstellbar, allerdings müsse es sich über die Pacht amortisieren.

Einst Sitz der Stadtbücherei

Das Palais Erthal stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrunderts und war einst Sitz der gleichnamigen Adelsfamilie. Später wurde es zu einer Kurpension umfunktioniert. Bis in die 1960er Jahre war hier die Stadtbücherei untergebracht, manch alte Kissinger werden sich noch an Herrn Melchert erinnern, der seine "Kunden" genau kannte und wusste, welche Bücher er ihnen empfehlen konnte.

Später war das damalige Landbauamt in dem Gebäude am Theaterplatz untergebracht, bis es schließlich über viele Jahre als Café diente.